Istanbul

Türkische Aktivisten kündigen zum wiederholten Mal Gaza-Flottille an

Mitte Mai startet die bisher letzte Gaza-Flottille vom Hafen im türkischen Marmaris aus. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In der Türkei bereiten israelfeindliche Aktivisten nach eigenen Angaben eine neue maritime Mission Richtung Gazastreifen vor. Ziel der sogenannten Global Sumud Flotilla sei es erneut, die israelische Seeblockade zu durchbrechen und internationale Aufmerksamkeit auf die Lage im Gazastreifen zu lenken. Die ägyptische Seeblockade Gazas, deren Ziel ebenfalls eine Eindämmung des Waffenschmuggels der Hamas ist, wird erneut nicht erwähnt.

Vertreter der Flottillen-Organisation erklärten laut »The Times of Israel« bei einer Veranstaltung in Istanbul, die Planungen für einen größeren Flottenverband liefen bereits. Die nächste Aktion solle in den kommenden Monaten starten und mehr Schiffe sowie eine breitere internationale Beteiligung umfassen als frühere Versuche.

Der Vorsitzende der Mavi-Marmara-Vereinigung, Behesti Ismail Songur, der auch Teil der Führungsstruktur der Flottille ist, sprach von einer Fortsetzung der bisherigen Aktivitäten. »Die Global Sumud Flotilla bricht zu einer neuen Mission nach Gaza auf, mit dem Ziel, die Blockade zu durchbrechen und die humanitäre Lage im Gazastreifen hervorzuheben«, sagte Songur bei dem Treffen.

Weit fortgeschritten

Ein konkreter Zeitpunkt für den Start der neuen Mission wurde bislang nicht genannt. Organisatoren betonten jedoch, dass die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten seien und man mit einer deutlich größeren internationalen Beteiligung rechne.

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Die Veranstaltung in Istanbul war geprägt von palästinensischen Fahnen, symbolischen Kleidungsstücken wie Kufiyas sowie Beiträgen türkischer Unterstützer aus Medien und Politik. Die Organisatoren präsentieren die Flottille als humanitäre Initiative.

Nach israelischen Angaben hatte jedoch keine der bisherigen Gaza-Flottillen nennenswerte Mengen an Hilfsgütern an Bord. Die israelische Behörde COGAT hat hingegen während des Krieges in Gaza für die Einfuhr von zwei Millionen Tonnen an Hilfsgütern gesorgt. Seit der im Oktober 2025 unterzeichneten Waffenstillstandsvereinbarung waren es 1,6 Millionen Tonnen.

Festgenommen und abgeschoben

In früheren Fällen wurden ähnliche Flottillen von israelischen Streitkräften auf dem Weg nach Gaza gestoppt. Nach israelischen Angaben wurden bei einer Operation im Frühjahr 2026 zahlreiche Schiffe abgefangen, die sich westlich von Zypern befanden. Die Aktivisten wurden anschließend festgenommen und später abgeschoben.

Auch an vorherigen Versuchen waren zahlreiche Teilnehmer beteiligt, darunter eine größere türkische Delegation, die von Marmaris aus gestartet war. Die Organisatoren werteten die Aktionen trotz der militärischen Interventionen als politischen und medialen Erfolg und kündigten an, ihre Aktivitäten fortzusetzen. Israel sieht solche Missionen als gezielte Provokationen.

Auf ihrer Webseite fordert die Global Summud Flotilla eine Befreiung von 9600 »palästinensischen Geiseln« aus israelischen Gefängnissen. Gemeint sind auch Terroristen, die bei Anschlägen Israelis ermordeten. Die Organisation fordert Unterstützer auf, die Forderung an das Außenministerium und »jede Botschaft im besetzten Jaffa Tel Aviv« zu schicken. im

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