Nahost

Trump zeigt Verständnis für mutmaßliche Hamas-Hinrichtungen

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Consolidated News Photos

US-Präsident Donald Trump hat Berichte über Tötungen von Menschen im Gazastreifen durch die islamistische Terrororganisation Hamas mit einem gewissen Verständnis kommentiert. Die Hamas habe gegen »sehr, sehr schlimme Banden« durchgegriffen, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit). »Das hat mich nicht groß gestört, um ehrlich zu sein. Das ist ok.« Trump behauptete auch, dass Länder wie Venezuela Banden in die USA schicken würden. 

Auf der Plattform X war ein Video veröffentlicht worden, das eine Gruppen-Erschießung von rund acht Menschen auf einem Platz südlich der Stadt Gaza zeigen soll. Augenzeugen sagten der Deutschen Presse-Agentur telefonisch, die Hamas habe den Getöteten vorgeworfen, Kollaborateure der israelischen Armee zu sein. 

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bezeichnete die Erschießungen als schockierend. Die Bundesregierung rufe dazu auf, die vereinbarte Entwaffnung der Hamas schnell umzusetzen. Die Bilder zeigten noch einmal deutlich, dass die Hamas eine Terrororganisation sei. »Diese Willkür-Erschießungen sind nichts anderes als Terror gegen die Bevölkerung«, sagte der Sprecher in Berlin.

»Abscheuliche Verbrechen«

Selbst die palästinensische Autonomiebehörde, die Terror-Renten an Terroristen und deren Familien bezahlt, verurteilte die mutmaßlichen Exekutionen scharf. Das Amt ihres Präsidenten Mahmud Abbas sprach von Dutzenden Zivilisten, die ohne Gerichtsverfahren getötet worden seien. Es handele sich um »abscheuliche Verbrechen«, die unter keinen Umständen zu rechtfertigen seien, wird das Amt von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zitiert. 

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Die Hinrichtungen stellten eine eklatante Verletzung der Menschenrechte und des Rechtsstaats dar und zeigten den Willen der Hamas, ihre Herrschaft mit Gewalt und Einschüchterung durchzusetzen. Das Amt von Abbas forderte ein sofortiges Ende der Tötungen, den Schutz unbewaffneter Bürger und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. 

Die Autonomiebehörde mit Sitz in Ramallah verwaltet Teile des Westjordanlandes. Sie wird von der Fatah-Bewegung kontrolliert, die in erbitterter politischer Gegnerschaft zur Hamas im Gazastreifen steht. 

Große Empörung

Das Ringen um die Rückführung toter Geiseln aus dem Gazastreifen gefährdet indes den Friedensprozess. Israel wirft der Hamas einen Verstoß gegen das Waffenruhe-Abkommen vor, da bislang nicht wie vereinbart alle 28 Toten übergeben wurden. Am Dienstagabend übergaben die Islamisten vier weitere Leichen. Bereits am Vortag waren vier Leichen von getöteten Geiseln nach Israel überstellt worden. Am Mittwochabend folgten dann noch die sterblichen Überreste zweier weiterer Geiseln.

Bei den übermittelten sterblichen Überresten stellte sich allerdings heraus, dass eine Leiche nicht die einer Geisel ist. Eine genetische Untersuchung im forensischen Institut in Tel Aviv ergab nach Angaben der israelischen Armee, dass es sich um keine der weiterhin vermissten getöteten Geiseln handelt. In Medienberichten wird davon ausgegangen, dass es die sterblichen Überreste eines Palästinensers sein könnte. 

»Die Hamas ist verpflichtet, alle notwendigen Anstrengungen zu machen, um die verstorbenen Geiseln zurückzuführen«, hieß es in der Mitteilung der Armee. Damit verbleiben noch 19 getötete Geiseln im Gazastreifen. Im Februar hatte die Hamas bereits anstelle der Leiche der Geisel Schiri Bibas den Leichnam einer Palästinenserin übergeben. Die Terrororganisation räumte später einen möglichen Irrtum ein. Die Verwechselung – ob wissentlich oder versehentlich – löste in Israel große Empörung aus. dpa/ja

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