Der deutsche Marinebauer TKMS erweitert seine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems. Beide Unternehmen kündigten eine engere Kooperation bei der Entwicklung maritimer Verteidigungstechnologien an. Geplant sind gemeinsame Projekte für Kriegsschiffe sowie Systeme zur Überwachung und Verteidigung auf See. Das »Handelsblatt« berichtete.
Nach Angaben der Firmen soll die Partnerschaft die jeweiligen Stärken beider Seiten bündeln. Während TKMS seine Erfahrung im U-Boot- und Marineschiffbau einbringen will, soll Elbit vor allem Elektronik-, Sensor- und Waffentechnologie liefern. Ziel sei es, auf veränderte sicherheitspolitische Anforderungen im maritimen Bereich zu reagieren.
TKMS-Chef Oliver Burkhard erklärte dem Bericht zufolge, die Kooperation solle helfen, den wachsenden Herausforderungen für Seestreitkräfte zu begegnen. In der heutigen Sicherheitslage sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Partnern mit gemeinsamen Interessen entscheidend. Auch Elbit-CEO Bezhalel Machlis sprach von einer vertieften technologischen und operativen Zusammenarbeit, um moderne Lösungen für Marineeinheiten bereitzustellen.
Politische Risiken
Die Konzerne stellten die Vereinbarung zudem in einen politischen Kontext. Die Kooperation sei Ausdruck der strategischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, die auf gemeinsamen Interessen und einem engen sicherheitspolitischen Austausch beruhten.
Israel zählt seit Jahren zu den wichtigsten Auslandskunden von TKMS. Das Unternehmen lieferte unter anderem Dolphin-U-Boote und Saar-6-Korvetten an die israelische Marine. Weitere U-Boote befinden sich in der Produktion beziehungsweise sind bestellt. Für TKMS haben diese Aufträge erhebliche wirtschaftliche Bedeutung, da der Konzern stark vom Exportgeschäft abhängt.
Die Lieferungen nach Israel stehen jedoch verstärkt in der Kritik, seitdem sich Israel nach den Massakern der Hamas vom 7. Oktober 2023 gegen den palästinensischen Terror wehren musste. Diskussionen lösten insbesondere Aufnahmen aus, auf denen von TKMS gebaute Saar-6-Korvetten bei Angriffen auf Ziele an der Küste des Gazastreifens zu sehen gewesen sein sollen. Auch Investoren hatten bei der Hauptversammlung von Thyssenkrupp Fragen zum Umgang mit politischen Risiken gestellt. Thyssenkrupp ist größter Anteilseigner von TKMS.
Vorgaben der Bundesregierung
Zusätzliche Debatten entstanden laut »Handelsblatt«, nachdem die Bundesregierung im Sommer 2025 angekündigt hatte, keine Waffenexporte mehr zu genehmigen, die unmittelbar im Gazastreifen eingesetzt werden könnten. Bereits laufende Programme blieben davon jedoch ausgenommen. Besonders umstritten war in diesem Zusammenhang ein weiteres U-Boot der Dolphin-Klasse, das trotz der politischen Diskussionen zur Erprobung aus Kiel auslief.
TKMS verweist bei Kritik regelmäßig darauf, dass das Unternehmen die Vorgaben der Bundesregierung einhalte. Über den konkreten Einsatz der gelieferten Systeme entscheide ausschließlich der jeweilige Käuferstaat.
Die vertiefte Kooperation mit Elbit fällt außerdem in eine Phase anhaltender Kontroversen um den israelischen Konzern. Die Nato-Beschaffungsagentur NSPA hatte Elbit im vergangenen Jahr von neuen Vergabeverfahren ausgeschlossen. Hintergrund sind Ermittlungen wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Beschaffungsprojekten. Medienberichte hatten Hinweise auf mutmaßliche Korruptionsfälle im Zusammenhang mit Nato-Aufträgen thematisiert. Elbit weist entsprechende Vorwürfe zurück. im