Berlin

Neuer Förderaufruf: Projekte gegen Antisemitismus gesucht

Das Rote Rathaus in Berlin Foto: picture alliance/dpa

Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin stellt auch im Jahr 2026 wieder Mittel zur Verfügung, um Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus zu unterstützen. Dafür wird ein sogenannter Aktionsfonds neu aufgelegt, der zivilgesellschaftliche Initiativen in der Hauptstadt stärken soll.

Nach Angaben des Senats soll der Fonds dazu beitragen, bestehendes Engagement in Berlin langfristig zu sichern und weiter auszubauen. Über die Vergabe der Fördermittel will die Senatsverwaltung auf Grundlage fachlicher Kriterien entscheiden. Zusätzlich flössen die Bewertungen einer unabhängigen Jury mit ausgewiesener Expertise im Bereich der Antisemitismusprävention in die Auswahl ein, hieß es.

Der Staatssekretär für Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Alexander Straßmeir, betonte die politische Bedeutung des Programms. »Mit der Weiterführung des Aktionsfonds setzen wir ein starkes Zeichen: Wir lassen nicht zu, dass Antisemitismus unsere Stadt spaltet. Wir fördern und unterstützen diejenigen, die Berlin zu einer Stadt der Vielfalt und des friedlichen Miteinanders machen.«

Lesen Sie auch

Gefördert werden können unterschiedliche Formate und Ansätze. Dazu zählen unter anderem Bildungsprojekte, öffentliche Kampagnen und Veranstaltungen, aber auch Maßnahmen zur Prävention und Aufklärung in sozialen Netzwerken. Ebenso vorgesehen sind Schulungs- und Beratungsangebote sowie Projekte, die sich öffentlich gegen Antisemitismus positionieren oder entsprechende Präventionsarbeit leisten.

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen sowie bestimmte gemeinnützige Körperschaften und Stiftungen in öffentlicher Trägerschaft mit Beteiligung des Landes Berlin. Die Förderbeträge bewegen sich zwischen mindestens 50.000 und maximal 200.000 Euro. Der Förderzeitraum kann frühestens im August 2026 beginnen.

Ab dem 20. Mai 2026 um 10 Uhr können Anträge ausschließlich digital über eine eigens eingerichtete Plattform eingereicht werden. Die Frist endet am 5. Juni 2026 um 18 Uhr. Zur Einführung des Programms ist am 20. Mai eine digitale Informationsveranstaltung für Interessierte geplant. Ergänzend dazu werden Ende Mai und Anfang Juni offene Online-Sprechstunden angeboten, in denen Fragen zur Antragstellung geklärt werden können.

Im April hatte der Berliner Landesrechnungshof die Förderung einer Reihe von Projekten im Bereich der Antisemitismusprävention in Millionenhöhe als rechtswidrig bewertet. In einem Prüfbericht kam er zu der Einschätzung, dass die Kulturverwaltung mit ihren Verfahren zur Bearbeitung und Auszahlung bestimmter Förderanträge gegen die Landeshaushaltsordnung und andere Regeln verstoßen habe. Am 24. April trat daraufhin Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson zurück. im

Washington

Trump: Geplanter Angriff auf Iran vorerst gestoppt

»Wenn wir ein Abkommen mit Iran erreichen können, ohne sie in Grund und Boden zu bombardieren, wäre ich sehr glücklich«, so der US-Präsident

 19.05.2026

In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Der Tacheles-Preis wird alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen verliehen, die sich für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Die Laudatio hält der neue WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

 18.05.2026

Berlin

Josef Schuster für Bestrafung der Leugnung von Israels Existenzrecht

Der Zentralratspräsident stellt sich hinter das Vorhaben aus Hessen. Derweil sind einige Strafrechtler skeptisch

 18.05.2026

Interview

»Sonntagsreden reichen nicht«

Hessens Justizminister Christian Heinz will, dass Aufrufe zur Vernichtung Israels künftig unter Strafe stehen. Wie lässt sich ein solcher Eingriff in die Meinungsfreiheit begründen? Ein Gespräch über Staatsräson, den Schutz jüdischen Lebens und Mehrheiten im Bundesrat

von Joshua Schultheis  18.05.2026

Mailand

Provokantes »Hitler mit Kufiya«-Mural bei israelfeindlicher Demonstration aufgetaucht

Nach Angaben des Künstlers versteht sich die Aktion als Warnung vor wachsender gesellschaftlicher Radikalisierung und der zunehmenden Normalisierung antisemitischer Sprache

 18.05.2026

Washington D.C.

Mutmaßlicher Drahtzieher von Angriffen auf jüdische Einrichtungen vor Gericht

Auch für einen Brandanschlag auf ein jüdisches Restaurant in München soll Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi verantwortlich sein

 18.05.2026

Initiative

Offener Brief jüdischer Organisationen an Berliner Senatorin

Nachdem eine Klage des jüdischen Studenten Lahav Shapira gegen die Freie Universität Berlin für unzulässig erklärt worden ist, fordern jüdische Organisationen eine Gesetzesänderung

 18.05.2026 Aktualisiert

Potsdam

Forscher: Offenheit für AfD wächst trotz mehr Radikalität

Der Extremismusforscher Botsch erklärt, warum die Bereitschaft wächst, die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei zu wählen - ungeachtet ihrer Entwicklung

von Marc-Oliver von Riegen  18.05.2026

Ramallah

Abbas will blockierte Gelder als Terror-Renten verwenden

In Zusammenhang mit Israels Entscheidung, Teile der Steuereinnahmen für die PSA einzubehalten, spricht der Palästinenserpräsident von einem Rechtsbruch, will aber weiterhin illegale Terror-Renten bezahlen

 18.05.2026