Debatte

Theologen werfen Papst einseitige Sicht auf Nahost-Konflikt vor

Papst Franziskus Foto: picture alliance / Sipa USA

Zwei katholische Hochschullehrer werfen Papst Franziskus eine einseitige Sicht auf den Nahost-Konflikt vor. Rene Dausner und Christian Frevel bewerten ein Schreiben des Papstes an Katholiken im Nahen Osten als Belastung für den jüdisch-christlichen Dialog. »Der Brief nimmt nur die eine Seite des Leidens in den Blick und macht implizit die Gegenseite zu den Verursachern«, argumentieren Dausner und Frevel in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift »Publik Forum« (Freitag).

In dem kritisierten Papst-Schreiben sei nur das Leid der palästinensischen Bevölkerung erwähnt. Israel tauche in dem Brief nicht auf. »Es gibt also einen blinden Fleck im Denken des Argentiniers«, betonen die Theologen. Papst Franziskus stammt aus Argentinien.

Lesen Sie auch

»Durch die Offenheit der Formulierungen und die Vielzahl der aufeinander folgenden Metaphern schafft der Brief Interpretationsspielräume, die nolens volens auf eine Täter-Opfer-Umkehr zulaufen«, so der Vorwurf von Dausner und Frevel.

Die beiden Autoren kritisieren, Papst Franziskus nutze mit antijüdischen Klischees. Das widerspreche der gesamtkirchlichen Haltung gegenüber dem Judentum nach der Schoah. Dausner und Frevel werfen dem Papst auch vor, die »antijudaistischste Stelle im Neuen Testament« zu zitieren, ein Streitgespräch zwischen Juden und Jesus im Johannes-Evangelium. kna

Krieg

USA und Iran ohne Einigung: Geht der Krieg jetzt weiter?

Verhandlungsmarathon, aber kein Deal - die Kriegsparteien Iran und USA konnten sich vorerst nicht auf einen Weg zum Frieden einigen. Was passiert jetzt?

von Sara Lemel  12.04.2026

Meinung

Hoffentlich wird Viktor Orbán abgewählt

Am 12. April stehen in Ungarn Wahlen an. Unter seinem langjährigen Ministerpräsidenten ist das Land zu einem russischen U-Boot in der Europäischen Union geworden

von Joshua Schultheis  12.04.2026 Aktualisiert

Krieg

»Schlechte Nachrichten für Iran«: Friedensgespräche zwischen USA und Mullahs scheitern

Wie es nun weitergeht, ist unklar

von Gaby Mahlberg  12.04.2026

Beirut

Unruhe im Libanon: Protest gegen Gespräche mit Israel

Die libanesische Regierung hat seit langem Gespräche mit Israel gefordert. Nun soll es bald so weit sein. Anhänger der Terrormiliz Hisbollah gehen dagegen auf die Straße

 11.04.2026

Pakistan

USA und Iran verhandeln in Islamabad

Die Delegationen aus den USA und dem Iran sind mit langen Wunschlisten in die pakistanische Hauptstadt gekommen. Die Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Iran-Kriegs versprechen, schwierig zu werden

 11.04.2026

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026