Debatte

Theologen werfen Papst einseitige Sicht auf Nahost-Konflikt vor

Papst Franziskus Foto: picture alliance / Sipa USA

Zwei katholische Hochschullehrer werfen Papst Franziskus eine einseitige Sicht auf den Nahost-Konflikt vor. Rene Dausner und Christian Frevel bewerten ein Schreiben des Papstes an Katholiken im Nahen Osten als Belastung für den jüdisch-christlichen Dialog. »Der Brief nimmt nur die eine Seite des Leidens in den Blick und macht implizit die Gegenseite zu den Verursachern«, argumentieren Dausner und Frevel in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift »Publik Forum« (Freitag).

In dem kritisierten Papst-Schreiben sei nur das Leid der palästinensischen Bevölkerung erwähnt. Israel tauche in dem Brief nicht auf. »Es gibt also einen blinden Fleck im Denken des Argentiniers«, betonen die Theologen. Papst Franziskus stammt aus Argentinien.

Lesen Sie auch

»Durch die Offenheit der Formulierungen und die Vielzahl der aufeinander folgenden Metaphern schafft der Brief Interpretationsspielräume, die nolens volens auf eine Täter-Opfer-Umkehr zulaufen«, so der Vorwurf von Dausner und Frevel.

Die beiden Autoren kritisieren, Papst Franziskus nutze mit antijüdischen Klischees. Das widerspreche der gesamtkirchlichen Haltung gegenüber dem Judentum nach der Schoah. Dausner und Frevel werfen dem Papst auch vor, die »antijudaistischste Stelle im Neuen Testament« zu zitieren, ein Streitgespräch zwischen Juden und Jesus im Johannes-Evangelium. kna

London

Starmer lädt zu Antisemitismus-Gipfel in Downing Street

Der Premier will Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Spitzentreffen in London zusammenbringen. Ziel ist es, Strategien gegen Judenhass zu entwickeln

 05.05.2026

Washington D.C.

Obama kritisiert Netanjahu-Kurs und warnt vor Eskalation im Nahen Osten

Der frühere Präsident sagt, vor Jahren habe Netanjahu ihm gegenüber ähnliche Argumente für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran vorgebracht, wie später gegenüber Trump

 05.05.2026

USA

Antisemitische Schmierereien erschüttern New York

In Queens werden Hakenkreuze und Hitler-Parolen auf Gebäude gesprüht – darunter auch religiöse Einrichtungen und private Wohnhäuser

 05.05.2026

Washington

Waffenruhe zwischen Iran und USA wackelt

Nach neuen militärischen Zwischenfällen in der Straße von Hormus will sich US-Präsident Trump nicht festlegen, ob die Vereinbarung mit Teheran noch Bestand hat

 05.05.2026

Teheran

US-Geheimdienste: Irans Atomprogramm wurde kaum gebremst

Offenbar bleibt das Teheraner Regime weiterhin nur ein Jahr davon entfernt, eine Nuklearwaffe herstellen zu können. Diese Bewertung galt bereits nach den Militärschlägen im Sommer 2025

 05.05.2026

Krieg

USA melden Zerstörung iranischer Schnellboote

Seit Anfang April gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Doch ein neuer US-Vorstoß hat die Lage an der Meerenge von Hormus verschärft. Nun melden die USA einen Angriff auf iranische Schiffe

 04.05.2026

Nahost

Bennett sieht Angriffe auf Emirate als Kriegserklärung Irans

Der israelische Oppositionspolitiker Bennett bewertet die Angriffe des Iran auf die Emirate als Wiederaufnahme des Kriegs. Die Anweisungen des Zivilschutzes in Israel bleiben vorerst unverändert

 04.05.2026

Abu Dhabi

Emirate: Großbrand nach iranischem Drohnenangriff

Seit Beginn der Waffenruhe vor knapp vier Wochen mussten die Emirate ihre Bevölkerung nicht mehr vor iranischen Angriffen warnen. Nun scheint die Lage sich wieder zuzuspitzen

 04.05.2026 Aktualisiert

Frankreich

Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?

Mit 74 Jahren nimmt Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon zum vierten Mal Anlauf auf das Präsidentenamt. Dabei operiert er gezielt mit antisemitischen und antiisraelischen Narrativen

von Michael Thaidigsmann  04.05.2026