Drohung

Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an         

Irans »oberster Führer« Ajatollah Ali Chamenei Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Inmitten von Protesten und militärischen Spannungen hat die iranische Staatsführung einen möglichen Präventivschlag gegen ihren Erzfeind Israel angedeutet. Jede Einmischung in innere Angelegenheiten oder jedes Vorgehen gegen die Stabilität Irans werde mit einer zielgerichteten Reaktion beantwortet, hieß es in einer Erklärung des vor wenigen Monaten neu gegründeten Verteidigungsrates. Man beschränke sich nicht auf eine Reaktion »erst nach einem erfolgten Handeln«, sondern betrachte »konkrete Anzeichen von Bedrohungen als Teil der Sicherheitsgleichung.«

Die staatliche iranische Zeitung »Tehran Times« sprach von einer möglichen »präventiven Selbstverteidigung«. Politikexperten warnten im Konflikt zwischen Israel und dem Iran in den vergangenen Monaten wiederholt vor einem neuen Krieg und nannten in diesem Zusammenhang mögliche Fehlkalkulationen als Auslöser – etwa einen Raketenangriff iranischer Streitkräfte, um einer erwarteten israelischen Angriffswelle zuvorzukommen.

Medienberichten zufolge hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem Iran über Russland mitteilen lassen, dass sein Land keine militärische Eskalation mit Iran anstrebt. Die beiden verfeindeten Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen und auch keine direkten Kommunikationskanäle.

Irans oberster Führer: Israel ein »betrügerischer Lügner«

Irans oberster Führer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei äußerte Zweifel, wie aus einem Post seines X-Profils hervorging. »Natürlich ist der böswillige Feind ein betrügerischer Lügner, und wir vertrauen ihm nicht«, hieß es dort. Vor zwei Tagen hielten die iranischen Revolutionsgarden ein Manöver ab und testeten die Flugabwehr und Bereitschaft der Raketeneinheiten.

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Vor gut einem halben Jahr hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA Ziele aus der Luft bombardiert, darunter Atomanlagen, militärische sowie zivile Einrichtungen in weiten Landesteilen. Irans Streitkräfte feuerten ballistische Raketen auf Israel. Nach israelischen Informationen arbeitet Teheran intensiv am Wiederaufbau seines Raketenarsenals, durch das der jüdische Staat sich stark bedroht sieht, ebenso durch das iranische Atomprogramm. Ende Dezember waren erneut schwere Proteste gegen die autoritäre Staatsführung im Iran ausgebrochen. dpa

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