Jena

Israelfeindliche Autoren sorgen für Proteste

Wieland Hoban, Vorstand der Jüdische Stimme, ist einer der Autoren, deren Einladung auf Widerspruch trifft Foto: picture alliance/dpa

Studentenvertreter und das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender wenden sich in offenen Briefen gegen die Einladung zweier israelfeindlicher Autoren an die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Sowohl der geplante Vortrag des Aktivisten Wieland Hoban am 28. Januar als auch die Einladung des Politikwissenschaftlers Michael Lüders zwei Wochen zuvor könnten antisemitische Deutungen normalisieren, erklärten die jüdischen Hochschullehrenden in ihrem bislang unveröffentlichten Schreiben an das Universitätspräsidium. Damit drohe die Verantwortung der Universität als öffentlicher Bildungs- und Debattenraum unterlaufen zu werden.

Wieland Hoban ist Vorsitzender der Organisation »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. . Im Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz von 2024 wird der Verein als «gesichert extremistische Bestrebung» bewertet. Er sei Teil einer internationalen Kampagne, die zu Sanktionen gegen Israel aufrufe, kritisierte das Netzwerk. Michael Lüders weise eine Nähe zu Verschwörungsmythen bei der Analyse des Gaza-Konflikts auf.

Sofortiges Handeln gefordert

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten und die Liberale Hochschulgruppe an der Uni Jena forderten die Universitätsleitung am Montag zum sofortigen Handeln auf. Es sei ein Skandal, dass Universitätsräume für Akteure geöffnet würden, die laut Sicherheitsbehörden mit Terror-Sympathisanten verflochten seien.

Die beiden Vorträge finden im Rahmen der Reihe «Frieden denken in Zeiten des Krieges» des Jena Center for Reconciliation Studies statt.

Eine Stellungnahme der Universitätsleitung war kurzfristig nicht zu erhalten. epd

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Bern

Akte Josef Mengele bleibt lückenhaft

Der Schweizer Nachrichtendienst gibt die Josef-Mengele-Akte frei, darin finden sich jedoch nach wie vor viele geschwärzte Stellen

von Nicole Dreyfus  16.09.2026

Unterstützer der Huthi-Miliz demonstrieren in Sanaa, 11. September

Vormarsch der Huthi-Miliz

Angst vor Eskalation auf der Arabischen Halbinsel

Die Huthi-Miliz gräbt sich wohl an der wichtigen Meeresenge Bab al-Mandab ein. Saudi-Arabien warnt vor einer Geiselnahme der Weltwirtschaft

von Christoph Meyer, Ramadan Al-Fatash  16.09.2026

Jubiläum

Jüdischer Landesverband Sachsen feiert 100-jährige Geschichte

Rund 20.000 Jüdinnen und Juden haben vor dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen gelebt. Bereits vor 100 Jahren wurde eine jüdische Interessenvertretung gegründet

 16.09.2026

Tel Aviv

Omer Shem Tov: 505 Tage Gefangenschaft, Hunger und Einsamkeit

»Wegen der Angst konnte ich nicht atmen«, sagt die frühere Geisel über die 50 Tage, in denen er in völliger Dunkelheit leben musste

 16.09.2026

Berlin-Wahl

Der Kampf ums Rote Rathaus

Wer in der Hauptstadt neuer Regierender Bürgermeister wird, ist offen – CDU und Linke liefern sich ein enges Rennen

von André Anchuelo  16.09.2026

Kommentar

Hohe Feiertage, wichtige Wahl

Die Bürger von Mecklenburg-Vorpommern wählen am 20. September ihr Parlament. Wird der besorgniserregende Trend, der in Sachsen-Anhalt zu beobachten war, fortgesetzt und verfestigt?

von Juri Rosov  16.09.2026

Judenhass

»Während er mir in den Kopf schneidet, sagt er: ›Die Juden erschießen Kinder‹«

Eine neue Dokumentation enthüllt ein erschreckendes Ausmaß an Antisemitismus im britischen Gesundheitssystem

 16.09.2026

Landtagswahl in MV

Zwischen Engagement und Frust: Besuch in einer AfD-Hochburg

Peenemünde ist ein 400-Seelen-Ort an der deutschen Ostseeküste. Bei der vergangenen Wahl haben hier besonders viele Menschen die AfD gewählt. Und dieses Mal? Ein Besuch kurz vor der Landtagswahl

von Lilli Förter, Helena Dolderer, Verena Schmitt-Roschmann  16.09.2026