Berlin

Tausende Straftaten bei israelfeindlichen Demonstrationen

Eine israelfeindliche Demonstration in Berlin am 1. November 2025 Foto: picture alliance / Anadolu

Die Berliner Polizei hat eine umfassende Bilanz zu Straftaten im Umfeld sogenannter »pro-palästinensischer« Demonstrationen seit dem 7. Oktober 2023 vorgelegt. Demnach wurden bis Mitte März insgesamt 12.493 Delikte registriert, darunter zahlreiche Gewalttaten. Lokale Zeitungen, die »Welt« und andere Medien berichteten.

Ein erheblicher Teil der Vorwürfe entfällt auf Gewaltdelikte. Insgesamt 2277 entsprechende Fälle wurden erfasst, darunter 1189 Mal Widerstand gegen Polizeibeamte. Hinzu kommen 3453 Sachbeschädigungen, 2205 Propagandadelikte sowie 1046 Fälle von Volksverhetzung. Weitere 3512 Straftaten fallen in andere Kategorien.

In rund einem Viertel der Ermittlungsverfahren wurden Personen mit ausländischer oder doppelter Staatsangehörigkeit als Tatverdächtige registriert. Laut Polizei betrifft das 3327 Vorgänge. Insgesamt tauchen dabei 189 unterschiedliche Staatsangehörigkeiten oder Kombinationen auf.

»Kontinuierliche Abnahme«

Zu den größten Gruppen unter den nicht-deutschen Verdächtigen zählen Syrer, Türken und Italiener. Die hohe Zahl ergibt sich auch daraus, dass Mehrfachstaatsangehörigkeiten jeweils einzeln erfasst werden.

Lesen Sie auch

Gleichzeitig betont die Berliner Polizei, dass viele Tatverdächtige einen Bezug zu Berlin haben. Von knapp 3500 Personen mit bekannter Anschrift seien rund 2800 in der Hauptstadt gemeldet, weitere in anderen Bundesländern oder im Ausland.

Nach Einschätzung der Behörden spielt die starke Vernetzung der Szene in sozialen Medien eine wichtige Rolle. Inhalte aus dem Nahostkonflikt würden dort schnell verbreitet und mobilisierten Teilnehmer.

Zugleich ist die Zahl der Demonstranten zuletzt zurückgegangen. Seit Beginn des Waffenstillstands im Gazastreifen verzeichnet die Polizei eine »kontinuierliche Abnahme der Teilnehmendenanzahl bei Versammlungen«. im

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026

Studie

AJC warnt vor AfD-Regierungsübernahme

Zum AfD-Bundesparteitag hat das American Jewish Committee eine Analyse über den Landesverband in Sachsen-Anhalt veröffentlicht. Die Aussage ist eindeutig

 03.07.2026

Gesellschaft

Filmproduzentin Brauner: Die Erinnerungskultur ist gescheitert

Die Hintergründe

von Hannah Krewer  03.07.2026

Vereinigte Staaten

Trump: »Warum Juden Demokraten wählen, ist mir ein Rätsel«

Im CNBC-Interview hat sich der US-Präsident erneut abschätzig über amerikanische Juden geäußert, die seine Politik nicht goutieren

 03.07.2026

Iran

Trauerfeierlichkeiten für Ajatollah Chamenei beginnen Samstag

Rund vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Mehrere Tage lang herrscht dafür im Iran Ausnahmezustand

 03.07.2026

Interview

»Ich nehme die Kritik sehr ernst«

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, wechselt nach Paris. Im Interview blickt er zurück und zieht Bilanz

von Leticia Witte  03.07.2026