Medienpreis

»Schamlos rassistisch«

Der Palästinenser Mitri Raheb soll dieses Jahr den von »Media Control« verliehenen »Deutschen Medienpreis« erhalten. Der Pastor der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem werde, zusammen mit drei anderen Preisträgern, für sein »Wirken« als »leiser Friedensstifter« und als »Symbol der Menschlichkeit« geehrt, so Media Control. Die Laudatio bei der Preisverleihung am 24. Februar soll Altbundespräsident Roman Herzog in Baden-Baden halten.

Dabei hatte Raheb 2010 mit merkwürdigen Äußerungen von sich reden gemacht: Er sei sicher, dass bei einem DNA-Vergleich zwischen König David, Jesus und ihm »eine gemeinsame Spur« gefunden würde, äußerte er. Dagegen seien etwa die Vorfahren des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erst im mittelalterlichen Europa zum Judentum konvertiert. Daher seien die Palästinenser die wahren Nachfahren des biblischen Volkes Israel, während der Staat Israel den römischen Besatzern entspreche, die Jesus ans Kreuz genagelt hätten.

Angela Merkel Der Historiker Malcolm Lowe kritisierte die Äußerungen als »schamlos rassistisch« und wies auf die delegitimierende Wirkung für Israel und die Juden hin. Deutsche Pastoren, Professoren und Gruppen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft bekunden nun in Protestbriefen an Media Control und Roman Herzog ihr »Entsetzen«. Raheb wird mit der Ehrung in eine Reihe mit früheren prominenten Preisträgern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport gestellt. 2009 etwa erhielt Bundeskanzlerin Angela Merkel den »Medienpreis«.

Laut Media Control soll mit der Auszeichnung Rahebs Einsatz »für die Verständigung von Christen, Moslems und Juden« gewürdigt werden. Dafür habe er »eine ganze Infrastruktur von Schulen, Gesundheitszentren und Begegnungsstätten geschaffen«. Die Kritiker rufen Herzog dazu auf, die Laudatio abzusagen. Doch bisher haben weder der Altbundespräsident noch Media Control reagiert.

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Berlin

Medienberichte über Israel auf dem Prüfstand

Wie weit klaffen Berichterstattung und Realität auseinander? Darüber ist am Freitag ist ein ganztägiger »Fachaustausch« an der Technischen Universität geplant

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Teheran

Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

von Arne Bänsch  27.10.2026

Dementi

Trump bestreitet Gespräche über weitere Wahlempfehlung für Netanjahu

Hat Israels Ministerpräsident den amerikanischen Präsidenten um mehr Unterstützung im Wahlkampf gebeten oder nicht?

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026