Tel Aviv

Rechtsaußen-Moderator Tucker Carlson macht Blitzbesuch in Israel

Tucker Carlson Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der amerikanische Moderator Tucker Carlson ist nach Israel geflogen, um den dortigen US-Botschafter Mike Huckabee zu interviewen. Präsident Donald Trump hatte Carlson amerikanischen Medienberichten zufolge nahegelegt, den Streit über Israel im rechten Lager zu entschärfen. Hintergrund sind wachsende Spannungen – auch innerhalb der republikanischen Partei, in der Fragen zur Israel-Politik zunehmend zu ideologischen Bruchlinien geworden sind.

Die frühere Fox-News-Moderatorin Melissa Francis, die sich seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober öffentlich pro-israelisch positioniert, schilderte, Trump habe ein Ende der Eskalation gefordert und Carlson sowie andere konservative Meinungsführer aufgefordert, den Ton zu mäßigen. Ziel sei es, ein Auseinanderbrechen des »konservativen Lagers« zu verhindern. Francis sprach von einer Debatte, die durch soziale Medien und polarisierende Podcasts zusätzlich angeheizt werde und zunehmend in interne Grabenkämpfe umschlage.

Vor diesem Hintergrund reiste Carlson in dieser Woche nach Israel, um Huckabee zu interviewen. Der Besuch war außergewöhnlich kurz: Nach Angaben aus seinem Umfeld hielt sich Carlson nur wenige Stunden im Land auf und verließ das Gelände des Ben-Gurion-Flughafens nicht. Das Interview wurde demnach direkt am Flughafen geführt, bevor Carlson am Nachmittag wieder abreiste.

Öffentliche Auseinandersetzung

Das Treffen folgte auf eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen beiden. Carlson, der auch für antisemitische Aussagen kritisiert wird, hatte zuvor in einer Sendung behauptet, Israel gehe schlecht mit Christen um und US-Hilfen würden diese Behandlung indirekt unterstützen. Huckabee, ein enger politischer Verbündeter Trumps, reagierte mit der Aufforderung zu einem persönlichen Gespräch. Carlson sagte öffentlich zu.

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Inhaltlich steht Carlson seit einiger Zeit für eine kritischere Haltung gegenüber der traditionellen republikanischen Israel-Politik und attackiert insbesondere den Einfluss evangelikaler Unterstützer Israels. Seine Aussagen zur Lage der Christen in Israel sind allerdings umstritten. Offizielle israelische Statistiken zeigen, dass die Zahl der Christen seit der Staatsgründung deutlich gestiegen ist, auch wenn ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sinkt – vor allem wegen des stärkeren Wachstums jüdischer und muslimischer Bevölkerungsgruppen.

Parallel sorgte Carlson mit der Behauptung für Schlagzeilen, er sei bei seiner Einreise nach Israel zeitweise festgehalten worden. In einem Interview erklärte er, Sicherheitskräfte hätten Pässe beschlagnahmt und sein Team befragt. Ein Sprecher der US-Botschaft widersprach dieser Darstellung und erklärte, Carlson habe lediglich routinemäßige Einreisekontrollen durchlaufen, wie sie für viele Besucher üblich seien.

Der Streit um Carlson gilt als Symptom eines tieferen Konflikts innerhalb der amerikanischen Rechten. Während Teile der republikanischen Basis eine stärker isolationistische Linie verfolgen, sehen traditionelle Parteistrukturen die Unterstützung Israels weiterhin als strategische und moralische Verpflichtung. im

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