AfD in Sachsen-Anhalt

Prien: Abschaffung der Schulpflicht wäre Katastrophe

Bundesbildungsministerin Karin Prien Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Bundesbildungsministerin Karin Prien wendet sich strikt gegen die von der AfD in Sachsen-Anhalt geforderte Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht. »Die Schulpflicht aufzugeben, wäre gesellschaftspolitisch eine Katastrophe«, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Stattdessen sollte man aus Sicht der Ministerin »eher über verpflichtende Ansätze in der Kita nachdenken«.

Die AfD plädiert in ihrem Programm zur Landtagswahl an diesem Sonntag unter der Überschrift »Bildungspflicht statt Schulzwang« für eine Wahlfreiheit zwischen Schul- und Hausunterricht. Kinder, die zu Hause unterrichtet werden, sollen halbjährlich zentrale Prüfungen ablegen.

Aus Priens Sicht wäre das der falsche Weg. »Ich halte die Schulpflicht für eine der großen Errungenschaften des modernen Rechtsstaats«, sagte die Ministerin. »Kinder brauchen Schule als Lern- und als Lebensort. Kindern, die nicht in die Schule gehen, drohen erhebliche psychische Beeinträchtigungen.« In der Schule träfen sich Menschen unterschiedlicher Milieus, sie seien Orte der Integration und sozialen Interaktion. »Die Menschen bewegen sich ohnehin schon viel zu viel nur in ihren Blasen«, sagte Prien, die einen jüdischen Familienhintergrund hat.

Verpflichtendes Kita-Jahr?

Der Staat zwinge Kinder keineswegs in staatliche Schulen. Vielmehr könnten sich Eltern für private Alternativen mit unterschiedlichen Konzepten entscheiden, zum Beispiel für kirchliche oder Montessori-Schulen. Für diese Schulen gebe es jedoch eine staatliche Aufsicht und gemeinsame Regeln.

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Prien sagte auch: »Einen verpflichtenden Besuch der Kita und zusätzlicher Bildungsangebote in der Kita ein Jahr vor der Schule halte ich für zwingend erforderlich bei den Kindern, bei denen wir einen Förderbedarf feststellen.« Das jetzt in Baden-Württemberg angekündigte Pflicht-Kita-Jahr für alle wäre eine Variante, fügte sie hinzu. »Aber wenigstens Kinder mit besonderem Förderbedarf sollten im letzten Jahr vor der Schule in der Kita sein.« dpa/ja

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