Berlin

Polizei räumt besetzten Hörsaal der FU Berlin

Gerade hatten »propalästinensische« Aktivistinnen ein Ende ihres »Protestcamps« angekündigt, als es erneut zu einer Besetzung kam. Foto: picture alliance/dpa

Die Polizei hat am Dienstagabend einen von israelfeindlichen Demonstranten besetzten Hörsaal der Freien Universität Berlin geräumt. 27 Personen wurden angezeigt.

Wie aus Videoclips in sozialen Medien und Augenzeugenberichten hervorgeht, schrieben und riefen die Teilnehmer Parolen wie »Resistance is beautiful« und »Fuck you, Germany«. Auch bemalten sie Tafeln mit Hamas-Dreiecken. Damit stellten sie sich auf die Seite des palästinensischen Terrors und wandten sich gegen die Unterstützung Israels durch die Bundesrepublik.

Erst am Tag zuvor hatten drei Aktivistinnen bei einer Pressekonferenz ein Ende eines 18 Tage zuvor eingerichteten »Protestcamps« angekündigt, dessen Teilnehmer ähnliche Forderungen vertraten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Anzeigen gegen Teilnehmer

Laut «Berliner Zeitung» wurde am Dienstagabend eine im «unteren zweistelligen Bereich» liegende Anzahl an Teilnehmern aus dem Hörsaal hinausgebracht. Der Einsatz lief nach Angaben der Polizei gewaltfrei ab. Tagsüber hatten bis zu 30 Personen an der Besetzung des Hörsaals in der sogenannten Rostlaube, einem Gebäude der FU, teilgenommen.

Vor der Räumung durch die Polizei hatte die Leitung der Universität Gesprächen zugestimmt. Dennoch weigerten sich mehrere Demonstranten, den Hörsaal zu verlassen. Daraufhin wurde die Polizei Berlin um einen Einsatz gebeten.

Lesen Sie auch

Zelte im Hörsaal

Offenbar waren nicht alle Besetzer Studenten der FU Berlin. Dies geht aus Berichten von Augenzeugen in sozialen Medien hervor. Mehrere Teilnehmer waren während der Aktion vermummt. Im Hörsaal bauten die Israel-Hasser Zelte auf und schienen dort übernachten zu wollen.

Die Aktivisten forderten laut «Bild» eine Rücknahme von Strafanzeigen gegen Teilnehmer früherer Proteste dieser Art sowie ein Ende der Kooperation mit Hochschulen in Israel. Diese Art von Boykottforderungen entsprechen denen, die die antisemitische BDS-Bewegung regelmäßig stellt.

Am Dienstagnachmittag meldeten die Besetzer eine Demonstration an, die vor der Mensa der Uni enden sollte. Anstatt die Kundgebung aufzulösen, besetzten sie jedoch den Hörsaal.

Verhandlungen mit Extremisten

Am Nachmittag reagierte die Studentenorganisation Junges Forum DIG. «Wann lernen sie es endlich?», hieß es in einer Erklärung. «Immer wieder sieht man, dass Verhandlungen mit Extremisten nicht zur Deeskalation, sondern zur Verschärfung der Lage an Universitäten führen.»

«Diejenigen, die nicht nur den Studienverlauf durch Provokationen stören, sondern auch die Sicherheit von Studierenden und Mitarbeitern bedrohen, sollen bestraft und nicht beschwichtigt werden», so das Junge Forum.

Nicht zum ersten Mal veranstalteten israelfeindliche Aktivisten entsprechende Aktionen an der FU. Erst im Juni und zuvor im Mai hatten Teilnehmer von Protestcamps und Besetzungen dort und in anderen Berliner Unis Verschwörungstheorien über Israel und Judenhass verbreitet. Terrorverherrlichung und Rufe nach einer neuen Intifada wurden ebenfalls registriert.

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Berlin

Diskriminierung wegen falscher Hummus-Aussprache?

Im Ortsteil Prenzlauer Berg soll ein arabisches Restaurant einen israelischen Gast wegen der vermeintlich falschen Aussprache des Kichererbsengerichts nicht bedient haben. Das Lokal widerspricht dem Vorwurf

 20.08.2026

USA

Amerikas nächster Präsident?

Rahm Emanuel gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und steht für einen Kurs der Mitte – sowohl in innenpolitischen Fragen als auch im Verhältnis zu Israel. Eine Annäherung

von Joshua Schultheis  20.08.2026

München

Knobloch in Zeiten von Judenhass: »Ich habe mich getäuscht«

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht offen über ihre Enttäuschung: Warum die Reaktion auf das Hamas-Massaker ihr nicht genügt und der Judenhass sie tief erschüttert

 20.08.2026

Florida

Nach antisemitischen Angriffen: »Hebräischer Hammer« gewinnt Vorwahl

Der jüdische Abgeordnete Randy Fine, ein republikanischer Israel-Unterstützer, setzt sich gegen den Antisemiten Dan Bilzerian durch

 20.08.2026

Berlin

Medienbericht: Andreas Franck will nicht Antisemitismusbeauftragter werden

Das Bundesinnenministerium wollte die Absage Francks auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren

 20.08.2026

Mar del Plata

Argentinien entlässt Bundesrichter wegen antisemitischer Äußerungen

Der Justizrat sieht einen schweren Verstoß gegen die für Richter geltenden Anforderungen an Anstand und Unparteilichkeit

 20.08.2026

München

Brandanschlag auf jüdisches Gemeindezentrum: Hinweise auf deutschen Täter verdichten sich

56 Jahre nach dem tödlichen Anschlag in der Reichenbachstraße 27 legen die Ermittler einen neuen Erkenntnisstand vor

 20.08.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei kann bei den Landtagswahlen im Osten mit hohen Stimmanteilen rechnen. Die Möglichkeit, dass sie im Anschluss einen Ministerpräsidenten stellen könnte, stößt überwiegend auf Ablehnung

 20.08.2026