Arlington (Virginia)

Pentagon warnt: Räumung von Minen in Straße von Hormus könnte ein halbes Jahr dauern

Die USS Rafael Peralta, die anfliegende Raketen zerstören kann, am Mittwoch in der Straße von Hormus Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Beseitigung iranischer Seeminen in der Straße von Hormus könnte nach Einschätzung des Pentagon in Arlington (Virginia) bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen. Das berichtet die »Washington Post« unter Berufung auf eine vertrauliche Unterrichtung des US-Kongresses. Damit könnten die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mit dem Iran noch bis weit in dieses Jahr spürbar bleiben.

Dem Bericht zufolge wurden Abgeordnete des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus darüber informiert, dass Teheran mindestens 20 Minen in und um der wichtigen Meerenge platziert haben soll. Einige seien demnach per GPS ferngesteuert ausgebracht worden, andere vermutlich von kleinen Booten aus.

Sollte sich die Lage hinziehen, dürften die Energiepreise auch in den USA hoch bleiben. Nach Angaben des US-Automobilclubs AAA kostete eine Gallone Benzin am Mittwoch durchschnittlich 4,02 Dollar. Vor Kriegsbeginn im Februar lag der Preis noch bei 2,98 Dollar.

Widersprüchliche Äußerungen

Die Entwicklung könnte auch innenpolitisch brisant werden. Im November stehen in den USA Kongresswahlen an. Präsident Donald Trump steht wegen des Krieges bereits unter Druck. Umfragen zufolge stößt sein Kurs bei vielen Amerikanern auf Ablehnung.

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Trump hatte sich zuletzt widersprüchlich zu möglichen Preisentwicklungen geäußert. Einmal sagte er, die Preise könnten bis zu den Wahlen gleich bleiben oder etwas steigen, später erklärte er, sie würden bis dahin »deutlich niedriger« sein.

Das US-Verteidigungsministerium wollte sich zu Einzelheiten nicht äußern. Sprecher Sean Parnell bestätigte lediglich, dass es ein geheimes Briefing gegeben habe. Die von der Zeitung veröffentlichten Angaben bezeichnete er als »unzutreffend«.

Vollständige Öffnung

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Energierouten der Welt. Vor dem Krieg wurden dort rund 20 Prozent des globalen Ölhandels transportiert. Besonders asiatische Staaten wie Japan, Südkorea und China sind auf Lieferungen aus der Region angewiesen.

Der Iran hatte die Passage zeitweise für geschlossen erklärt und mehrere Schiffe angegriffen. Washington fordert dagegen die vollständige Öffnung der Wasserstraße sowie ein Ende des iranischen Atomprogramms.

Unklar ist laut Bericht bislang, wie eine groß angelegte Minenräumung konkret erfolgen soll. Diskutiert würden Einsätze mit Hubschraubern, Drohnen und Spezialtauchern. im

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