Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Judith Porath Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt haben im vergangenen Jahr bundesweit einen leichten Rückgang der Fälle und Opfer registriert. Für das Jahr 2025 verzeichneten die nichtstaatlich organisierten Stellen in 13 Bundesländern 3.167 Angriffe (2024: 3.453). Diese betrafen 4.298 Menschen (2024: 4.861), sagte Judith Porath, Vorstandsmitglied vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt am Dienstag in Berlin. Die Zahlen blieben damit aber laut Porath auf einem hohen Niveau und bedeuteten nach 2024 den zweithöchsten Wert.

Zudem hätten zwei Menschen infolge von rechten Tötungsdelikten ihr Leben verloren. Als Tatmotiv überwiege weiterhin der Rassismus, mehr als die Hälfte aller Angriffe (1.729) seien rassistisch motiviert gewesen. Dahinter folgten Angriffe gegen politische Gegnerinnen und Gegner (663). Diese seien um mehr als 100 Fälle angestiegen, ein »trauriger Rekordwert«, sagte Porath.

In 325 Fällen seien die Taten aus Queerfeindlichkeit heraus entstanden. Zudem habe es 180 antisemitische Angriffe gegeben.

Diskrepanz zu Zahlen des Innenministeriums

Das Bundesinnenministerium verzeichnete in seinem Jahresbericht der politisch motivierten Kriminalität 1.246 Fälle rechter Gewalt. Porath erklärte, dass sich das Erfassungssystem der Beratungsstellen unterscheide. Diese nähmen auch Fälle auf, die nicht angezeigt würden. Zudem hätten Strafverfolgungsbehörden »nach wie vor Probleme beim Einordnen und Erkennen« von Fällen rechter Gewalt, argumentierte sie.

Die Beratungsstellen starteten 2015 mit der Dokumentation in sieben Bundesländern, mittlerweile sind es 13. epd

Kommentar

Die Schatten der Vergangenheit sind lang

Wie der Hessische Rundfunk über jüdische Grundstücke stolpert

von Daniel Neumann  18.09.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 18.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge: Staatsanwaltschaft geht von Judenhass aus

Der 37 Jahre alte mutmaßliche Täter soll aus antisemitischen Gründen gehandelt haben

 18.09.2026

Tel Aviv

Shin-Bet-Chef: Wir finden alle Hamas-Terroristen vom 7. Oktober

»Wir haben euch verfolgt, wir verfolgen euch und wir werden euch bis zum letzten Mitverschwörer verfolgen«, sagt Shin-Bet-Chef David Zini

 18.09.2026

Jerusalem

Warum ein Ex-Shin-Bet-Chef Israelis dazu aufruft, zu Jom Kippur in der Synagoge ihre Waffen zu tragen

Die Verantwortlichen der Synagogen sollten dafür sorgen, dass bewaffnete Menschen kommen, sagt Arik Barbing

 18.09.2026

Erinnerungspolitik

Weimer wirft AfD »Frontalangriff« auf Integrität der Republik vor

In den Positionen der Rechtsaußenpartei sieht der Kulturstaatsminister einen Angriff auf das moralische Selbstverständnis der Bundesrepublik

von Corinna Buschow, Karsten Frerichs  18.09.2026

Martin Hikel (3.v.l, SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, nimmt vor dem Rathaus Neukölln an der Aktion „Berlin trägt Davidstern“ teil.

Berlin

Solidarität nach Angriff auf Frau mit Davidstern

Stadtweit waren Berlinerinnen und Berliner zum Tragen eines Magen David aufgerufen. In Neukölln kam es auch zu Pöbeleien

 18.09.2026

Sachsen-Anhalt

Jurist hält Bundeszwang »nicht für abwegig«

Falls eine AfD-geführte Landesregierung Verfassungsrecht oder Bundesgesetze missachten sollte, könnte der sogenannte Bundeszwang zum Einsatz kommen

 18.09.2026

Reaktionen

»Dass es hier in Wuppertal passiert und wieder passiert, das macht mich sprachlos«

Der Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh ist einer von vielen Menschen, die sich zum Brandanschlag auf die Synagoge geäußert haben. Die Reaktionen im Überblick

 18.09.2026