New York

NYPD-Chefin entschuldigt sich nach Protest vor Synagoge

New Yorks Polizeichefin Jessica Tisch Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

NYPD-Commissioner Jessica Tisch hat sich am Samstag in Manhattan persönlich bei den Mitgliedern der Park East Synagoge entschuldigt. Hintergrund ist eine israelfeindliche Demonstration vor dem Gebäude am Mittwochabend, bei dem Teilnehmer zeitweise bis direkt an den Eingang gelangt waren. Die 44-Jährige räumte ein, dass die Polizei die Situation besser hätte kontrollieren müssen.

Vor rund 150 Gemeindemitgliedern sagte die jüdische Polizeichefin, die Proteste seien zwar rechtlich zulässig – auch dann, wenn »das Thema widerwärtig« sei. Dennoch hätte die NYPD sicherstellen müssen, dass Besucher den Eingang problemlos nutzen können. »Das ist der Punkt, an dem wir versagt haben, und dafür entschuldige ich mich bei dieser Gemeinde«, sagte sie. Der Auftritt wurde mit viel Applaus aufgenommen.

Tisch erklärte, im Konzept für den Einsatz sei kein Sperrbereich direkt vor dem Eingang vorgesehen gewesen. Dadurch sei die Lage vor den Stufen der Synagoge »chaotisch« geworden. Man hätte die Sensibilität des Ortes und die angespannte Stimmung in der jüdischen Gemeinschaft stärker berücksichtigen müssen.

»Aus dem Herzen«

Mehrere Gemeindemitglieder äußerten sich laut amerikanischen und israelischen Medien nach dem Besuch beeindruckt über die Offenheit der Polizeichefin. Ein Teilnehmer sagte, Tisch habe »aus dem Herzen gesprochen« und klar benannt, dass die Polizei zwar bemüht gewesen sei, aber dennoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

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Unter den Anwesenden befand sich auch Patriots-Besitzer Robert Kraft, der Tisch laut einem Teilnehmer als »Frau von Tugend« bezeichnete. Rabbiner Arthur Schneier hatte bereits zuvor betont, wie »sehr, sehr berührt« er von der Unterstützung der NYPD nach dem Vorfall gewesen sei.

Am Mittwochabend hatten sich rund 200 Demonstranten vor der Synagoge versammelt. Sie störten eine Veranstaltung der Organisation Nefesh B’Nefesh, die jüdische Einwanderung nach Israel unterstützt. Einige riefen Parolen wie »Globalize the intifada« und forderten den »Widerstand« dazu auf, »einen weiteren Siedler auszuschalten«.

Besucher bedrängt

Auch Gegendemonstranten waren vor Ort und beschimpften die vermummten Aktivisten als »Feiglinge«. Die Polizei hatte Absperrgitter aufgebaut, doch einige davon standen so nah am Eingang, dass Besucher gefährlich bedrängt wurden. Festnahmen gab es nicht.

Die Proteste wurden von der Gruppe Pal-Awda NY/NJ organisiert, die behauptete, die Synagoge fördere Bemühungen, »amerikanische Siedler anzuwerben«, um »illegal gestohlenes palästinensisches Land zu besetzen«. Bürgermeister Eric Adams, der sich derzeit in Usbekistan aufhält, hatte im Vorfeld angewiesen, sicherzustellen, dass die Situation nicht eskaliert. Laut städtischen Quellen war er nach dem Vorfall »stinksauer«.

Das Büro des Bürgermeisters machte die Demonstranten und Teile des zuständigen NYPD-Kommandos verantwortlich. Sprecher Fabian Levy erklärte, man habe klar gefordert, den Eingang freizuhalten. »Der Plan, der vor Ort umgesetzt wurde, entsprach nicht den Erwartungen«, sagte er. Die Stadt entschuldige sich bei der Gemeinde von Park East »und bei allen Menschen mit Gewissen, die dieses abscheuliche Verhalten miterleben mussten«.

Tisch hatte wenige Tage zuvor zugesagt, auch unter dem designierten Bürgermeister Zohran Mamdani im Amt zu bleiben. Politisch liegen beide beim Thema Israel weit auseinander: Tisch ist überzeugte Zionistin, während Mamdani für israelfeindliche Aussagen bekannt ist. im

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