New York

Neonazi wollte als Weihnachtsmann jüdische Kinder mit Süßigkeiten vergiften

Das Justizministerium in Washington D.C. Foto: picture alliance/dpa

Ein aus Georgien stammender Rechtsextremist hat in New York schwere Straftaten eingeräumt. Michail Chkhikvishvili, 22 Jahre alt und in der Szene unter dem Spitznamen »Commander Butcher« bekannt, gab vor einem Bundesgericht in Brooklyn zu, andere zu Gewalttaten gegen Juden und Minderheiten angestiftet zu haben. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, für ihn eine Freiheitsstrafe von bis zu 18 Jahren zu verlangen.

Nach Angaben der Ermittler hatte Chkhikvishvili nicht nur Gewaltfantasien verbreitet, sondern auch Anleitungen zum Bau von Bomben und zum Einsatz des hochgiftigen Stoffs Ricin geteilt. Die US-Behörden sehen in ihm den Kopf einer extremistischen Gruppe, die sich »Maniac Murder Cult« nennt und einen gewalttätigen Rassenkrieg herbeiführen will. In Online-Kanälen der Gruppe kursierte sogar ein Manifest mit dem Titel »Hater’s Handbook«.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Ideologie der Gruppe bereits reale Opfer gefordert hat. Sie führen unter anderem einen tödlichen Schulangriff in Nashville auf Inhalte zurück, die in den Netzwerken des Kults verbreitet wurden.

Pläne für Anschläge in Brooklyn

Chkhikvishvili war im Sommer 2024 in Moldau festgenommen und später an die USA ausgeliefert worden. Laut Anklage hielt er sich seit 2022 mehrfach in Brooklyn auf, wo er mit Gewalttaten prahlte – darunter der Angriff auf einen älteren jüdischen Mann. Über Nachrichtenkanäle habe er zudem andere angewiesen, im Namen der Gruppe zuzuschlagen.

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Besonders perfide: Gegenüber einem verdeckten Ermittler des FBI warb der 22-Jährige für verschiedene Anschlagspläne. Einer davon sah vor, sich als Weihnachtsmann zu verkleiden und vergiftete Süßigkeiten an Minderjährige zu verteilen. Später soll die Idee in Richtung eines Giftanschlags auf jüdische Kinder an Schulen in Brooklyn weiterentwickelt worden sein.

In Gerichtsunterlagen ist außerdem von seinem Interesse an einem Massengewaltakt in den USA die Rede. Chkhikvishvili habe die Waffenverfügbarkeit im Land als »großes Potenzial« bezeichnet, heißt es darin.

Erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber Opfern

Besonders verstörend ist ein weiteres Detail aus den Ermittlungen: Chkhikvishvili soll vorgeschlagen haben, Obdachlose als Ziel auszuwählen – mit der zynischen Begründung, deren Tod würde staatliche Stellen »nicht einmal interessieren«. Diese Aussage unterstreicht nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die extreme Ideologie des Angeklagten.

Mit dem Schuldeingeständnis könnte das Verfahren nun zügig zu Ende gehen. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Für die jüdischen Gemeinden in New York bleibt der Fall ein weiterer Beleg, wie wichtig der Kampf gegen rechtsextremen Terror bleibt.

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