Kanada

Nach Schüssen auf US-Konsulat: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für israelische Einrichtungen

Nach dem Beschuss des US-Konsulats in Toronto ist die Polizei vor Ort. Foto: picture alliance / Anadolu

Nach Schüssen auf das US-Konsulat im Zentrum von Toronto fahndet die Polizei nach zwei Verdächtigen. Die Ermittler sprechen von einem Vorfall mit Bedeutung für die nationale Sicherheit. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Der Vorfall hat Implikationen für die Sicherheitsmaßnahmen für amerikanische und israelische Einrichtungen. Die Canadian Broadcasting Corporation (CBC) berichtete.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Angriff am Dienstag in den frühen Morgenstunden. Gegen 4:29 Uhr soll ein weißer Honda CR-V auf der University Avenue vor dem Konsulat angehalten haben. Zwei Männer seien aus dem Fahrzeug ausgestiegen und hätten mehrere Schüsse mit einer Handfeuerwaffe auf das Gebäude abgegeben. Anschließend seien sie wieder eingestiegen und in südlicher Richtung davongefahren.

Als Einsatzkräfte später eintrafen, fanden sie Patronenhülsen sowie Einschussspuren an der Eingangstür und an Teilen der Fassade. Obwohl sich vermutlich Menschen im Gebäude befanden, kam niemand zu Schaden. Nach Angaben der Polizei ist das Konsulat stark gesichert. Möglicherweise hätten Personen im Inneren die Schüsse deshalb gar nicht bemerkt, hieß es.

Ermittlungen gemeinsam mit US-Behörden

Vertreter der kanadischen Bundespolizei RCMP erklärten, man arbeite bei der Untersuchung eng mit der Polizei von Toronto sowie weiteren Sicherheitsbehörden in der Region zusammen. Auch amerikanische Stellen, darunter das FBI, seien informiert worden.

Ein leitender RCMP-Beamter sprach von einem »nationalen Sicherheitsvorfall«. Gleichzeitig betonte er, derzeit gebe es keine Hinweise auf eine unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit. Zum möglichen Motiv wollten sich die Ermittler zunächst nicht äußern. Auch ein möglicher Zusammenhang mit internationalen Konflikten werde geprüft.

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Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach von einer »verwerflichen Gewalttat und einem Versuch der Einschüchterung«. Zugleich zeigte er sich erleichtert darüber, dass niemand verletzt worden sei. Die Regierung werde den Ermittlern alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen, damit die Verantwortlichen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

»Inakzeptabler Akt der Gewalt«

Auch der Regierungschef des Bundesstaates Ontario, Doug Ford, verurteilte den Angriff scharf und nannte ihn einen inakzeptablen Akt der Gewalt. Ford verwies zudem auf Schüsse auf drei Synagogen im Großraum Toronto in der vergangenen Woche und forderte eine konsequente Strafverfolgung.

Die Bürgermeisterin von Toronto, Olivia Chow, erklärte, die jüngsten Vorfälle seien äußerst besorgniserregend. »Das kann so nicht stehen bleiben«, sagte sie mit Blick auf die Schüsse auf jüdische Einrichtungen und den Angriff auf das Konsulat. Im Jahr 2024 war eine jüdische Mädchenschule in Toronto beschossen worden.

Als Reaktion erhöhen Sicherheitsbehörden nun die Polizeipräsenz vor amerikanischen und israelischen diplomatischen Vertretungen in Toronto, Ottawa und Montreal. Auch jüdische Einrichtungen sind von den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen betroffen. Ziel sei es, mögliche »Spannungen« zu entschärfen und weitere Zwischenfälle zu verhindern, hieß es.

»Große Sorge«

Ein Sprecher des israelischen Generalkonsulats in Toronto erklärte, man beobachte die zunehmenden Angriffe auf jüdische Einrichtungen mit großer Sorge und stehe in engem Kontakt mit den Behörden.

Die Ermittlungen dauern an. Hinweise aus der Bevölkerung könnten laut Polizei entscheidend sein, um die beiden flüchtigen Verdächtigen zu identifizieren. im

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