Wien

Nach Gespräch auf Hebräisch: Drei Israelis werden aus Lokal geworfen

Foto: picture alliance / CHROMORANGE

Ein mutmaßlich antisemitischer Vorfall in einer Wiener Pizzeria sorgt derzeit für Aufregung in sozialen Netzwerken und Medien. Der israelische Cellist Amit Peled wirft dem Lokal im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus vor, ihn und zwei weitere Musiker nicht bedient zu haben, nachdem das Personal erkannt habe, dass sie Hebräisch sprachen. Dies berichtete die österreichische Tageszeitung »Die Presse«.

Peled, der international als Solist und Musikpädagoge tätig ist, hatte den Vorfall auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht. Er habe gemeinsam mit dem Geiger Hagai Shaham und der Pianistin Julia Gurvitch – beide ebenfalls israelischer Herkunft – vor einem Konzert etwas essen wollen. Der Besuch in dem Lokal in der Meiselstraße habe jedoch ein abruptes Ende gefunden.

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Nach der Bestellung sei ein Kellner zurückgekehrt und habe gefragt, welche Sprache sie sprächen, so Peled in seinem Posting. Als die Antwort »Hebräisch« lautete, sei die Gruppe unvermittelt zum Gehen aufgefordert worden. Der Kellner habe ihnen laut Peled erklärt, er werde sie nicht bedienen. Der Cellist beschreibt die Szene als verstörend – nicht nur wegen des Personals, sondern auch wegen der Reaktion der übrigen Gäste.

Lokal weist Anschuldigungen zurück

»Sie waren offenbar schockiert, aber sie sagten nichts«, schreibt er. »Einige warfen uns mitfühlende Blicke zu, doch dann wandten sie sich wieder ihrem Essen, ihrem Gespräch, ihrem Wein zu – als sei nichts geschehen.«

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Das beschuldigte Restaurant, dessen Name und Eingang Peled in seinem Beitrag per Foto dokumentierte, wies die Vorwürfe gegenüber Die Presse entschieden zurück. »Das ist nicht bei uns passiert«, erklärte ein Mitarbeiter des Lokals am Telefon. Weitere Stellungnahmen lagen zunächst nicht vor.

Der Vorwurf des Ausschlusses aufgrund hebräischer Sprache und israelischer Herkunft trifft einen wunden Punkt – nicht nur in Österreich, sondern europaweit. Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 häufen sich auch in westlichen Ländern Übergriffe, Ausgrenzungen und verbale Angriffe gegen jüdische und israelische Bürger. im

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