Bogotá

Kolumbiens Präsident verteidigt »Heil Hitler«-Beitrag

Der bisherige kolumbianische Präsident Gustavo Petro Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der scheidende kolumbianische Präsident Gustavo Petro steht nach einem umstrittenen Beitrag in den sozialen Medien massiv unter Druck. Der linke Staatschef hatte auf der Plattform X die Worte »Heil Hitler« veröffentlicht und damit laut Medienberichten sowohl im eigenen Land als auch international scharfe Kritik geerntet.

Auslöser war ein Meinungsbeitrag in einer kolumbianischen Zeitung, der den konservativen Präsidentschaftskandidaten Abelardo de la Espriella vor der Stichwahl am 21. Juni unterstützte. In dem Artikel wurde unter anderem für mehr »Ordnung, Autorität und wirtschaftliche Freiheit« geworben.

Petro, der der politischen Linken angehört und seine Partei »Historischer Pakt« selbst gründete, reagierte darauf mit dem nationalsozialistischen Gruß. Später verteidigte er seinen Beitrag und erklärte, er habe damit die Sprache des Kommentars kritisieren wollen. Der Präsident sprach von »faschistischen Formulierungen« in dem Text.

Gemeinsame Erklärung

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Eine Gruppe von 24 Parlamentariern aus 14 lateinamerikanischen Staaten veröffentlichte eine gemeinsame Erklärung, in der sie den Beitrag verurteilte. Darin heißt es, Bezüge zum Nationalsozialismus dürften »nicht zu einem rhetorischen Instrument werden, um politische oder ideologische Positionen zu diskreditieren«. Demokratische Führungspersönlichkeiten hätten die Verantwortung, einen respektvollen öffentlichen Diskurs zu fördern und sich der Bedeutung ihrer Worte bewusst zu sein.

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Auch aus Israel kam scharfer Widerspruch. Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, forderte Petro auf, sich vor einer für Mittwoch geplanten Debatte im UN-Sicherheitsrat zu entschuldigen. »Präsident von Kolumbien, was auch immer in Ihrem persönlichen Leben vor sich geht, es gibt Grenzen, die niemals überschritten werden dürfen«, schrieb Danon auf X. »Die Verwendung nationalsozialistischer Parolen ist ein beschämender Tiefpunkt, von dem es kein Zurück gibt.«

Das israelische Außenministerium sprach von einem »vollständigen Verlust des moralischen Kompasses« und einem »unauslöschlichen Makel für das Erbe Kolumbiens«.

Die Kontroverse fällt in die Schlussphase des Präsidentschaftswahlkampfs. Petro, dessen Amtszeit in wenigen Wochen endet, wird von politischen Gegnern seit längerem vorgeworfen, mit provokativer Rhetorik zur weiteren Polarisierung des Landes beizutragen. In der Stichwahl treten der konservative Kandidat Abelardo de la Espriella und der linke Bewerber Iván Cepeda gegeneinander an. im

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