Meinung

Kein Geld mehr für die UNRWA

Michael Thaidigsmann ist Europa-Korrespondent der Jüdischen Allgemeinen in Brüssel Foto: Privat

Die UNRWA ist ein Unikat. Denn das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten, so der offizielle deutsche Name, kümmert sich, anders als das eigentlich für Geflüchtete zuständige Hochkommissariat UNHCR, ausschließlich um Palästinenser. Dabei ist es gleich, ob diese im Zuge der Staatsgründung Israels fliehen mussten oder noch in ihrer ursprünglichen Heimat ansässig sind. Der Flüchtlingsstatus wird zudem an nachfolgende Generationen vererbt.

So kommt es, dass die UNRWA heute mehrere Millionen Palästinenser versorgt, obwohl nur ein Bruchteil von ihnen im eigentlichen Sinne Geflüchtete sind.

Die UNRWA hat wenig dazu beigetragen, dass die Lage der Palästinenser besser wird.

»Die UNRWA ist nicht zu ersetzen«, heißt es dennoch ständig. Finanziert wird die Agentur aber fast nur von den Europäern. Die arabischen Staaten, in denen viele Palästinenser leben, halten sich fein raus. Deutschland hat 2025 wieder mehr als 100 Millionen Euro überwiesen – in der vagen Hoffnung, den Palästinensern damit etwas Gutes zu tun.

Dabei hat die UNRWA wenig dazu beigetragen, dass es besser wird. In Gaza, wo sich zwei Fünftel der gut 700 UNRWA-Schulen befinden, lässt sich das besonders gut beobachten. Überspitzt gesagt: Auf dem Schulhof und darunter hat die Hamas das Sagen.

Gleichwohl ist die UNRWA so etwas wie die heilige Kuh der internationalen Gemeinschaft. Deswegen ist es richtig, dass die CDU nun auf ihrem Parteitag gefordert hat, die deutschen Zahlungen an die Palästinenser auf den Prüfstand zu stellen und – langfristig zumindest – der UNRWA den Geldhahn zuzudrehen.

Lesen Sie auch

Noch besser wäre aber, wenn der Beschluss nicht nur symbolisch bliebe, sondern einen Sinneswandel im Regierungshandeln einläuten würde. Das gilt nicht nur für die SPD, die weiter treu zur UNRWA steht, sondern auch für die zuständigen Ministerien. Denn selbst im CDU-geführten Auswärtigen Amt glaubt man immer noch, dass die deutsche Unterstützung der UNRWA zur Stabilität in der Region beitrage und damit irgendwie auch zur Sicherheit Israels.

In Israel glaubt das längst niemand mehr. Dort ist man aus Schaden klug geworden.

thaidigsmann@juedische-allgemeine.de

Meinung

Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

von Marc Simon  24.07.2026

NRW

Davidstern von Pride Parade verbannt

Der 28-jährige Student Sören Habet sagt, weder die Polizei noch die Veranstalter hätten ihn mit einer Davidstern-Regenbogen-Fahne teilnehmen lassen

 24.07.2026

Umfrage

AfD liegt in Berlin erstmals vorn

Nur acht Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus wird erneut ein Stimmungswechsel registriert

von Imanuel Marcus  24.07.2026

Washington D.C.

USA knüpfen Atomabkommen mit Saudi-Arabien an Annäherung an Israel

So reagiert Präsident Donald Trump auf Kritik, Washington habe mit dem Vertrag Druckmittel gegenüber Riad aufgegeben

 24.07.2026

Neue Angriffe

Trump kündigt »militärische Bestrafung« Teherans an

Nach Medienberichten bereiten die USA zugleich eine Ausweitung ihrer Militärpräsenz in der Region vor

 24.07.2026

Diplomatie

Nauru eröffnet Botschaft in Jerusalem

Damit ist der Inselstaat das zehnte Land, das seine diplomatische Vertretung in Israels Hauptstadt ansiedelt. Auch Kolumbien will eine Botschaft in Jerusalem eröffnen

 24.07.2026

New York

Zwei Männer in Manhattan niedergestochen – Ermittler prüfen antisemitisches Motiv

Eines der Opfer ist nach Angaben der Polizei ein 50 Jahre alter Mann, der eine Kippa trug und kurz zuvor eine Synagoge verlassen hatte

 24.07.2026

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026