Ampel-Regierung

Kanzler mit Kompass

Nach 16 Jahren der Ära Merkel ist heute Olaf Scholz vom Bundestag zum neuen Kanzler der Bundesrepublik gewählt worden. Der SPD-Politiker und seine Ampelkoalition wollen für eine neue Politik im Lande sorgen – und einen neuen, von Respekt geprägten Stil, auch im Umgang mit Andersdenkenden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Was wird diese neue politische Epoche für Deutschlands Juden und das Verhältnis zu Israel bedeuten? Welche Rolle spielen Judentum und jüdischer Staat für den neuen Kanzler und sein Kabinett?

KLARTEXT Als Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg war Olaf Scholz (63) ein eher pragmatischer Partner der jüdischen Institutionen. Der in Osnabrück geborene SPD-Politiker ist eher säkular ausgerichtet. Er war zwar in Hamburg getauft worden, trat später allerdings aus der evangelischen Kirche aus. Als Regierungschef suchte er seinerzeit nicht aus PR-Gründen das medial wirksame Rampenlicht der Begegnung mit jüdischen Bürgern.

»Die Sicherheit Israels ist für uns Staatsräson.« Dieser Satz steht auch im Koalitionsvertrag.

Wenn es allerdings um Antisemitismus ging, redete Scholz schon immer Klartext. Seine Position speiste sich stets aus dem traditionellen sozialdemokratischen Antifaschismus, der immer auch den damit einhergehenden Antisemitismus benannte.

RÜCKBLICK Soweit bekannt, hat Scholz eine ähnliche Haltung auch als Jugendlicher bereits vertreten. Seine Eltern schwärmten für Willy Brandt und Helmut Schmidt. Schüler Olaf, der mit Eltern und zwei Brüdern in Hamburg aufwuchs, erhielt sein erstes öffentliches Mandat als Schulsprecher seines Gymnasiums in Hamburg-Rahlstedt.

Mit 17 trat er in die SPD ein und machte schnell Karriere bei den Jusos, als Vertreter des kapitalismuskritischen Stamokap-Flügels – allerdings ohne dem »Fatah-Flügel« anzugehören. Später war der auf Arbeitsrecht spezialisierte Jurist auch noch Vize der sozialistischen Weltjugendorganisation. 1994 wurde Scholz SPD-Kreisvorsitzender in Altona, 1998 Bundestagsabgeordneter, 2000 SPD-Landeschef in Hamburg. Es folgten Innensenator in Hamburg, SPD-Parteivorstand, Generalsekretär, Partei-Vize, Bundesarbeitsminister, Erster Bürgermeister in Hamburg, Finanzminister, Vizekanzler.

Lesen Sie den vollständigen Text über den neuen Kanzler der Bundesrepublik und die neue Regierung in unserer nächsten Printausgabe.

Beirut

Israel: Haben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026