Meinung

Jetzt wird ausgemustert

Nun hat auch die CDU zugestimmt: Die Wehrpflicht wird ausgesetzt, die Bundeswehr verkleinert, und so ganz nebenbei entsteht eine moderne Armee für das 21. Jahrhundert. Galt aber nicht in den vergangenen Jahrzehnten gerade die jetzt »ausgesetzte« Wehrpflicht als eine der Lehren, die Nachkriegsdeutschland aus Nationalsozialismus und Wehrmachtskrieg gezogen hat? Sollte nicht in der Armee immer auch die Gesellschaft präsent sein? Dann wäre der »Staatsbürger in Uniform« jetzt auch ausgemustert worden. Und die Bundeswehr glaubte womöglich, sie habe den ganzen Demokratiekram nicht mehr nötig. Das gesamte »Innere Gewürge«, wie die alten Wehrmachtsgeneräle in Bundeswehruniformen das Reformkonzept der »Inneren Führung« abkanzelten, wäre perdu. Und bald gäbe es wieder einen Generalstab mit einem Oberkommando aus lauter Lamettaträgern? Nein, keine Sorge! Die Wahrheit lautet: Die Wehrpflichtigen hatten in über 50 Jahren Bundeswehr außer »Jawoll« ohnehin nie etwas zu sagen. Vielmehr verdankt die Bundeswehr ihre Zivilisierung der demokratischen Gesellschaft. Und nun haben so viele junge Männer keine Lust mehr auf den Dienst, dass die Wehrpflicht nicht zu halten war. Stellt euch vor: Es gab mal eine Bundeswehr. Und keiner ging mehr hin!

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

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