Londonderry

Israelische Triathleten in Nordirland »nicht willkommen«

Der Brite Oliver Conway und der Israeli Tomer Shapira beim »Europe Triathlon«-Finale 2023 in der Türkei Foto: picture alliance / NurPhoto

Israelische Athleten werden am Wochenende nicht beim Europe Triathlon Cup (ETC) in der nordirischen Londonderry (Derry) antreten. Ihre Teilnahme an dem internationalen Wettbewerb sei auf Widerstand des lokalen North West Triathlon Club (NWTC) gestoßen, wie der »Belfast Telegraph« am Donnerstag berichtete.

Der Verein war auf die Namen israelischer Teilnehmer aufmerksam geworden, nachdem eine vorläufige Meldeliste für das Rennen am morgigen Samstag auf der Internetseite des Weltverbands World Triathlon veröffentlicht worden war. Anschließend wandte sich der NWTC nach eigenen Angaben mit »deutlichen Einwänden« an den irischen Verband Triathlon Ireland sowie an Europe Triathlon.

Der Verein stellte zugleich klar, dass weder sein Vorstand noch seine Mitglieder an der Zusammenstellung der internationalen Teilnehmerliste beteiligt gewesen seien. Nachdem man darauf die israelischen Athleten entdeckt habe, habe der Club deutlich gemacht, dass er ihre Teilnahme nicht unterstützen könne.

Gaza und Sicherheit

»Um jeden Zweifel auszuräumen: Athleten, die Israel vertreten, werden am Samstag nicht am City of Derry Triathlon teilnehmen«, erklärte der NWTC. »Sie werden nicht an unserer Startlinie stehen und nicht an unserem Rennen teilnehmen. Bei dieser Veranstaltung wird es keine israelische Vertretung geben.«

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Der Club betonte, seine Haltung richte sich nicht gegen Juden oder Israelis als Einzelpersonen. Es gehe vielmehr um die Teilnahme von Sportlern als Vertreter des Staates Israel an internationalen Wettbewerben.

Der NWTC kritisierte in diesem Zusammenhang, dass durch solche Veranstaltungen der Eindruck von Normalität im internationalen Sport vermittelt werde, während die palästinensische Bevölkerung weiterhin unter den Folgen des Gaza-Krieges leide. Diesen begann allerdings die palästinensische Terrororganisation Hamas mit ihren Morden, Vergewaltigungen und Geiselnahmen.

Als weiteren Grund führte der Verein laut »Belfast Telegraph« Sicherheitsbedenken an. Die Organisatoren hätten mögliche Proteste, erhebliche Störungen und Gefahren für Athleten, Zuschauer und die Öffentlichkeit berücksichtigen müssen. Bei der Veranstaltung werden am Wochenende bis zu 200 Spitzensportler aus verschiedenen Ländern sowie mehrere hundert weitere Teilnehmer erwartet.

Kein Einfluss

»Die Sicherheit jedes Athleten, jedes freiwilligen Helfers, jedes Zuschauers und jedes Mitglieds der Öffentlichkeit war während der gesamten Organisation des Europe Triathlon Cup 2026 unsere oberste Priorität«, erklärte der NWTC.

Triathlon Ireland bestätigte unterdessen, dass die endgültige Startliste keine israelischen Athleten enthält. Der Verband verwies darauf, dass internationale Meldelisten zunächst vorläufig seien und erst von Europe Triathlon offiziell bestätigt würden.

Die Auswahl und Bestätigung der Teilnehmer für den Europe Triathlon Cup erfolge nach den Regeln von World Triathlon durch Europe Triathlon, erklärte der irische Verband. Zu den konkreten Umständen, die zum Ausscheiden einzelner Sportler aus der Startliste geführt hätten, könne man sich nicht äußern. Auch das lokale Organisationskomitee habe keinen Einfluss auf die Zusammenstellung des internationalen Starterfeldes.

»Haltung des Rates«

Die Entscheidung ist auch politisch umstritten. Shaun Harkin von der linken Partei People Before Profit verwies auf die Unterstützung des Derry City and Strabane District Council für die BDS-Bewegung. Nach seiner Auffassung hätte die Teilnahme israelischer Sportler der »Haltung des Rates zu israelischen Siedlungen« widersprochen.

Der Stadtrat stellte zugleich klar, dass er den Europe Triathlon Cup nicht selbst veranstalte. Triathlon Ireland habe für die Durchführung der internationalen Veranstaltung finanzielle Unterstützung erhalten. Der Rat bestätigte jedoch seine grundsätzliche Unterstützung für die BDS-Kampagne. im

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