Australien

Isaac Herzog besucht Anschlagsort in Sydney

Präsident Isaac Herzog und seine Frau Michal Herzog mit dem Ministerpräsidenten von New South Wales, Chris Minns, bei einer Gedenkzeremonie für die Opfer des Terroranschlages vom Bondi Beach Foto: picture alliance / REUTERS

Der israelische Präsident Isaac Herzog hat in Australien den Ort des antisemitischen Terroranschlags am Bondi Beach besucht und den Zusammenhalt mit der jüdischen Gemeinschaft betont. Bei dem Anschlag an dem berühmten Strand in Sydney wurden am 14. Dezember 15 Menschen ermordet und mehr als 40 weitere verletzt. Ein Vater und sein Sohn hatten das Feuer auf Besucher eines jüdischen Festes eröffnet. Der Anschlag war islamistisch motiviert.

Herzog traf am Morgen in der Metropole an der Ostküste ein und legte am Anschlagsort einen Kranz nieder. Anschließend platzierte er zusammen mit seiner Ehefrau Michal Herzog zwei Steine aus Jerusalem an einem Mahnmal nahe dem historischen Kulturzentrum Bondi Pavilion.

»Antisemitismus ist globale Notlage«

Das Ablegen von Steinen auf Gräbern stehe in der jüdischen Tradition für »die Beständigkeit der Erinnerung, das Gewicht des Verlustes und die unzerbrechliche Verbindung zwischen den Lebenden und denen, die wir verloren haben«, sagte Herzog. »Diese Steine werden hier in Bondi für die Ewigkeit bleiben, als heilige Erinnerung an die Opfer und als Mahnung, damit die Bande zwischen guten Menschen aller Glaubensrichtungen und aller Nationen angesichts von Terror, Gewalt und Hass stark bleiben werden«, betonte er vor Journalisten.

Lesen Sie auch

In einer Ansprache erinnerte er an »15 unschuldige Seelen, die zusammengekommen waren, um Chanukka, das Lichterfest zu feiern, und kaltblütig massakriert wurden«. Antisemitismus sei kein rein jüdisches Problem, sondern eine »globale Notlage«, erklärte Herzog. 

Der israelische Präsident wird während seines mehrtägigen Besuchs Premierminister Anthony Albanese, Vertreter der jüdischen Gemeinschaft sowie Überlebende des Anschlags und Angehörige der Opfer treffen. Geplant sind Veranstaltungen in Sydney sowie Reisen nach Canberra und Melbourne. 

Gegen den Besuch, der unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfand, gibt es in Australien seit Tagen Proteste. Die Teilnehmer werfen Israel vor, sich gegen den Terror der Hamas gewehrt zu haben und machen den jüdischen Staat für einen angeblichen Völkermord verantwortlich. dpa/ja

Debatte

Zentralrat der Juden positioniert sich zum Thema AfD-Verbot

 05.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026