Berlin

Holocaust-Überlebende: Verteidigen Sie die Demokratie

Eva Umlauf Foto: picture alliance/dpa

Die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf warnt vor einem erstarkenden Extremismus. »Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen und des Trommelfeuers rechtsextremer und antisemitischer Hetze, die nicht nur in Deutschland längst von vielen unterstützt und bejubelt wird«, frage sie sich, ob ihre Worte die Köpfe und Herzen noch erreichten, sagte die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

Umlauf berichtete, wenn sie bei AfD-Veranstaltungen »jene extremen Sprechchöre höre, die bis in einzelne Worte und den Rhythmus hinein bei den Nazis angelegt« seien und »die entfesselten Gesichter derer beobachte, die in diese Rufe mit einstimmen«, dann frage sie sich, ob diese Menschen wüssten, was in der bekannten Logik daraus an Leid folge.

Lesen Sie auch

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin rief Umlauf zur Verteidigung der Demokratie gegen ständige Angriffe von links und rechts auf.

Die Überlebenden seien alarmiert, sagte Umlauf. Sie wünsche sich ein Land, in dem niemand Angst haben müsse, die jüdische Kopfbedeckung Kippa zu tragen, jüdische Einrichtungen ohne Wachposten auskommen und eine Gesellschaft, die rechtzeitig erkenne, wenn Menschen ausgegrenzt oder entmenschlicht würden.

Rund 1,1 Millionen Menschen wurden zwischen 1940 und 1945 in Auschwitz-Birkenau erschossen, in Gaskammern ermordet oder starben an Hunger und Krankheiten. Die meisten von ihnen waren Juden. Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Soldaten das Lager im von der Wehrmacht besetzten Polen und befreiten etwa 7000 Überlebende. Umlauf war damals zwei Jahre alt. dpa/ja

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

So geht es im Streit um Vanessa Emde weiter

Die Linke tut sich schwer, einen Umgang mit der israelfeindlichen Abgeordneten zu finden, die sich über Fraktionsentschlüsse hinwegsetzt. »Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit«, heißt es aus der Partei

 28.10.2026

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump will Ben-Gvir offenbar aus Netanjahus nächster Regierung heraushalten

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl könnte der US-Präsident zudem auf eine nationale Einheitsregierung drängen

 28.10.2026

Meinung

Wieder ein »kleiner Geländegewinn«

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde hat es erneut geschafft, die Regierungsunfähigkeit ihrer Partei zu demonstrieren

von André Anchuelo  28.10.2026