Medienbericht

Geheimdossier soll zeigen, wie nah die Mullahs an der Bombe waren

Das Teheraner Regime zeigte regelmäßig stolz seine Raketen. Israel, die USA und die ganze Welt beobachteten die Paraden und studierten die Waffen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Vahid Salemi

Medienbericht

Geheimdossier soll zeigen, wie nah die Mullahs an der Bombe waren

Der britische »Economist« bekam Einblick in nachrichtendienstliche Unterlagen aus Israel

 23.06.2025 15:18 Uhr

Ein israelisches Geheimdossier belegt offenbar, dass das Regime in Teheran überaus nah dran war, einen einsatzfähigen Atomsprengkopf herzustellen. Israel habe das Dokument den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Partnern gezeigt, schreibt das britische Magazin »The Economist«.

In dem Dossier heißt es dem »Economist« zufolge, Teheran habe den Rubikon fast überschritten. Dies bedeutet: Der Moment, an dem die Iraner die Welt und vor allem Israel hätten mit einer Atomwaffe erpressen oder angreifen können, stand kurz bevor.

Wäre dieser Moment verstrichen, so wäre ein Vorgehen gegen das Regime von Ali Chamenei weitaus riskanter gewesen, als dies derzeit noch der Fall ist. Diese Erkenntnis hilft Israel bei der Rechtfertigung der Operation »Rising Lion«, die am 13. Juni begann.

Weiterentwicklung und Herstellung

Aus dem Dossier geht auch hervor, dass iranische Wissenschaftler dabei waren, eine »Koppelung« zwischen einem Atomsprengkopf und einer Trägerrakete vorzubereiten. Ein Treffen, bei dem dieser Punkt erörtert werden sollte, stand demnach kurz bevor. Auch sollten Befehlshaber der Revolutionsgarde über den bevorstehenden Erfolg informiert werden.

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Der Atomphysiker Mohsen Fakhrizadeh, der vor wenigen Tagen durch einen israelischen Luftangriff getötet wurde, soll seit sechs Jahren den Vorsitz einer Gruppe innegehabt haben, die sich mit der Weiterentwicklung und Herstellung von Atomwaffen befasste.

Die Bemühungen Teherans um eine solche Bombe wurden offenbar forciert, als Israel im vergangenen Jahr die Führungsriege der Hisbollah im Libanon tötete und als sich herausstellte, dass die ersten Raketenangriffe des Iran auf Israel aufgrund der Raketenabwehr des jüdischen Staates kaum Wirkung zeigten.

Hochangereichertes Uran

Auch soll das Dossier einen weiteren alarmierenden Aspekt dokumentieren: Iranische Wissenschaftler schleusten nukleares Material für den Bau einer Atomrakete an der Atomenergiebehörde (IAEO) vorbei. Sie verfügten demnach über undeklariertes Material für Atomsprengköpfe.

Am 9. Juni, nur vier Tage vor dem ersten Angriff Israels auf iranische Atomanlagen, hatte die IAEO angegeben, der Iran habe 400 Kilo hochangereichertes Uran. Für eine zivile Nutzung der Kernenergie wird Material dieser Art nicht benötigt.

»The Economist« zitiert den amerikanischen Atomexperten David Albright. Er sagte, das Dossier und die daraus gezogenen Rückschlüsse der Israelis würden von westlichen Geheimdiensten geteilt. Israel habe gehandelt, da Teheran sein Ziel fast erreicht hatte. im

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