Gedenkstätten in Brandenburg wollen heute mit Führungen an die NS-Verbrechen gegen Sinti und Roma erinnern. Am heutigen Tag für die Opfer des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma, finden historische Rundgänge in den ehemaligen Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen statt, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten mitteilte.
Der Gedenktag, den das Europaparlament 2015 ins Leben rief, erinnert an die Ermordung von über 500.000 Angehörigen der Minderheit durch die Nationalsozialisten.
In der Gedenkstätte des früheren Frauenlagers Ravensbrück in Fürstenberg stehen den Angaben zufolge die Erinnerungen überlebender Sinti und Roma im Mittelpunkt der Führung. Dazu zähle etwa die Künstlerin und Autorin Ceija Stojka (1933-2013), die sich in ihrem Werk intensiv mit den Verfolgungen zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte.
Die Führung in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg soll auch die dortige Ausstellung »Wir intervenieren!« einbeziehen, die laut den Veranstaltern rassismuskritische Perspektiven liefern soll.
Das Datum des Gedenktags bezieht sich auf die Räumung des Lagerteils für Sinti und Roma im KZ Auschwitz-Birkenau. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden rund 4300 Menschen in den Gaskammern des Lagers ermordet. Einige Hundert Menschen verschleppte die SS unter anderem nach Ravensbrück und Sachsenhausen. epd