Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

Marla-Svenja Liebich Foto: picture alliance/dpa

Die tschechischen Behörden haben die Festnahme der verurteilten Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich offiziell bestätigt. Zugleich baten sie die deutsche Seite, einen Antrag auf Auslieferung zu stellen, wie die Staatsanwaltschaft Halle mitteilte. Liebich wurde den Angaben zufolge bereits am Vortag in Schönbach bei Asch (Tschechien) festgenommen und befindet sich seitdem in Polizeigewahrsam. 

Die Staatsanwaltschaft Halle werde einen solchen Antrag stellen, sagte Oberstaatsanwalt Dennis Cernota auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Liebich kann einer Auslieferung zustimmen oder diese ablehnen. Im zweiten Fall entscheidet die tschechische Justiz über das weitere Vorgehen. Bei einer Auslieferung soll Liebich nach Chemnitz gebracht werden. Ab diesem Zeitpunkt wäre die sächsische Justiz zuständig.

Geschlechtseintrag soll korrigiert werden - Entscheidung steht aus

Nach der 55 Jahre alten Liebich war seit Ende August 2025 gesucht worden. Sie war damals nicht zum Haftantritt im Frauengefängnis in Chemnitz erschienen. Zuvor war Liebich – damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Berufung und Revision gegen das Urteil scheiterten.

Lesen Sie auch

Nach der Verurteilung ließ Liebich den Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich setzen und änderte den Vornamen auf Marla Svenja. Der Saalekreis leitete im Dezember vergangenen Jahres rechtliche Schritte für eine Berichtigung der Einträge ein.

Mann oder Frau? Erst einmal egal 

Eine Entscheidung des Amtsgerichts Halle darüber steht derzeit noch aus. Einem Gerichtssprecher zufolge ist die Frist zur Stellungnahme von Liebich mittlerweile ausgelaufen. Sie habe sich nicht geäußert, allerdings einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt. Die Entscheidung unterliegt dem Sprecher nach keiner Frist. Nach der Festnahme sei es möglich, dass der zuständige Richter entscheide, Liebich noch einmal die Möglichkeit zu geben, sich zu den Einträgen und deren Änderung zu äußern. 

Nach Angaben Cernotas hat die ausstehende Entscheidung über die Einträge zunächst keinen Einfluss auf das geplante Vorgehen nach der Festnahme. dpa

Nahost

Wie der Konflikt im Libanon den US-Deal mit Iran gefährdet

Der Gesprächsbeginn zwischen Washington und Teheran in der Schweiz lässt auf sich warten. Derweil spitzt sich die Lage zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zu. Es gibt Tote auf beiden Seiten

von Hans Dahne, Christoph Meyer, Mathis Richtmann  19.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Berlin

Nouripour zu Iran-Rahmenabkommen: »Weg in Normalität für Regime«

Ist das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran ein Weg in den Frieden? Bundestagsvizepräsident Nouripour bezweifelt das. Die Übereinkunft gebe dem Iran vielmehr »eine andere Legitimität«

 19.06.2026

Bayreuth

Bayreuther Gedenkveranstaltung mit Michel Friedman soll nun doch stattfinden

Eine Gedenkveranstaltung zum Bayreuther Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Michel Friedman und Charlotte Knobloch zeigen sich entsetzt – jetzt rudert das weltbekannte Opernfestival zurück

 19.06.2026

Washington D.C.

Republikaner kritisieren Trumps Iran-Abkommen ungewöhnlich scharf

»Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, Milliarden Dollar an theokratische Verrückte zu geben, die uns ermorden wollen«, sagt Senator Ted Cruz

 19.06.2026

Wahlkampf in Israel

Trump signalisiert Unterstützung für Netanjahu

»Ich werde mir ansehen müssen, wer kandidiert, aber ich mag Bibi sehr«, sagt der amerikanische Präsident

 19.06.2026

Genf

Absage aus Bern: Heute keine USA-Iran-Gespräche

Abkommen unterzeichnet, Treffen abgesagt: Die geplante Gesprächsrunde in der Schweiz findet heute doch nicht statt

 19.06.2026

Bayreuth

Scharfe Kritik nach abgesagter Gedenkveranstaltung

Eine Gedenkveranstaltung zum Festspieljubiläum wird geplant, dann abgesagt. Charlotte Knobloch ist entsetzt über die Bayreuther Festspiele

 19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026