Sacramento

Empörung wegen antisemitischem Inhalt in offizieller Wahlbroschüre

Antisemitische Verschwörungstheorien des Kandidaten Don Grundmann wurden in einer Wahlbroschüre abgedruckt. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

In Kalifornien sorgt die Veröffentlichung eines antisemitischen Kandidatenbeitrags in einer offiziellen Informationsbroschüre zur Vorwahl für die Gouverneurswahl für heftige Kritik. Mehrere jüdische Organisationen werfen dem Büro der kalifornischen Wahlbeauftragten Shirley Weber vor, Hasspropaganda in einem staatlichen Dokument verbreitet zu haben. Amerikanische und israelische Medien berichteten.

Auslöser ist die Erklärung des parteilosen Gouverneurskandidaten Don J. Grundmann, die im landesweit verschickten Wahlheft für die am 2. Juni stattfindenden Primaries abgedruckt wurde. Das 64-seitige Heft wird an Haushalte mit registrierten Wählern versandt und enthält Angaben zu Kandidaten sowie Hinweise zum Wahlverfahren.

In seinem Text verbreitet Grundmann zahlreiche Verschwörungsmythen über Israel und Juden. Unter anderem behauptet er, Israel stehe hinter den Anschlägen vom 11. September, habe den konservativen Aktivisten Charlie Kirk ermorden lassen und plane einen Angriff auf die Vereinigten Staaten mit einer »Atombombe im Koffer«.

Schweres Versagen

Jüdische Verbände sprechen von einem schweren Versagen der Behörden. In einem Protestschreiben erklärten mehrere Organisationen, Millionen Wähler hätten ein offizielles Staatsdokument bekommen, das Inhalte enthalte, die nach den eigenen Regeln des Bundesstaates hätten zurückgewiesen werden müssen. Gerade weil es sich um eine amtliche Veröffentlichung handle, entstehe ein Eindruck staatlicher Legitimation.

Lesen Sie auch

Die Gruppen betonen, antisemitische Klischees und Verschwörungsmythen förderten gesellschaftliche Spaltung und gefährdeten die Sicherheit jüdischer Gemeinden. Sie verlangen nun Aufklärung darüber, wie der Beitrag geprüft und genehmigt werden konnte. Außerdem fordern sie verbindliche Zusagen, dass künftige Wahlunterlagen strenger kontrolliert werden.

Besonders brisant ist der Fall, weil die Richtlinien des Bundesstaates vorsehen, dass sich Kandidatenerklärungen auf persönlichen Hintergrund und Qualifikationen beschränken sollen. Nach Angaben von Kritikern erfüllt Grundmanns Text diese Voraussetzungen eindeutig nicht.

Stillschweigend gebilligt

Die Vorsitzende des Jewish Community Action Network, Ilana Meirovitch, sagte, Hassrede könne jemand auf sozialen Medien oder an Straßenecken verbreiten, aber nicht auf Papier des Staates Kalifornien. Wenn solche Inhalte in einer offiziellen Broschüre erschienen, wirke es, als seien sie zumindest stillschweigend gebilligt worden.

Das Büro der Außenministerin in Sacramento reagierte zunächst nicht auf die Vorwürfe. Der umstrittene Beitrag war zuletzt weiterhin auch in der Online-Version der Wahlbroschüre abrufbar. im

Iran-Krieg

440 Kilo Uran: Zentraler Streitpunkt mit dem Iran

Es dürfte tief unter der Erde in zwei Atomanlagen lagern. Der Verbleib des hoch angereicherten Urans bleibt Hauptkonflikt mit Teheran

 11.05.2026

Brüssel

EU-Sanktionen gegen Israel: Einigung wahrscheinlich

Die Europäische Union dürfte heute weitere Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler beschließen

von Michael Thaidigsmann  11.05.2026

Wien

Eurovision-Fans werfen EBU unfairen Umgang mit Israel vor

Der Hintergrund ist diesmal eine Werbekampagne der israelischen Rundfunkanstalt KAN für den Sänger Noam Bettan und dessen Beitrag »Michelle«

 11.05.2026

Berlin

Jüdische Gemeinde übt massive Kritik an Antisemitismus-Papier der Linken

Der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe bezeichnet das Konzept der Partei als »feige« und spricht von einem »Feigenblatt«

 11.05.2026

Brandenburg

Rechtsextremistische AfD gewinnt erstmals bei Bürgermeisterwahl

In Zehdenick zieht der AfD-Kandidat René Stadtkewitz mit deutlichem Vorsprung ins Rathaus ein. Für seine Partei ist es der erste Sieg bei einer Bürgermeisterwahl in diesem Bundesland

 11.05.2026

Nahost

Drohnenangriffe in Golfstaaten verschärfen Spannungen mit Iran

Die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait melden Drohnenattacken, Süd-Korea einen Angriff auf ein ziviles Schiff in der Straße von Hormus

 11.05.2026

Washington D.C.

Trump weist iranisches Angebot zurück

Die Antwort des Teheraner Regimes auf einen Vorschlag der USA sei »völlig inakzeptabel!«, schreibt der amerikanische Präsident

 11.05.2026

Teheran

Iran: Antwort auf US-Vorschlag an Pakistan übermittelt

Zurzeit gilt eine fragile Waffenruhe im Iran-Krieg. Die USA haben einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts gemacht. Die Antwort soll nun vorliegen

 10.05.2026

Naher Osten

Erneut iranische Angriffe auf Golfstaaten

Aus Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar werden Attacken des iranischen Regimes gemeldet. Offiziell gilt eine Waffenruhe in dem Konflikt

 10.05.2026