Bansko

Bulgarische Neonazis bedrohen jüdische Jugendliche aus Italien

Bansko Foto: picture alliance / Amazing Aerial Agency

Die bulgarische Polizei ermittelt wegen eines Vorfalls mit jüdischen Jugendlichen aus Italien, die in dem Ort Bansko von Neonazis bedroht wurden. Man habe eine Untersuchung eingeleitet, teilte die bulgarische Polizei mit. Sie wolle wegen »Behauptungen« in bulgarischen und italienischen Medien über Hooligans vor einem Hotel ermitteln, in dem jüdische Jugendliche aus Italien untergebracht seien.

Der Präsident der jüdischen Gemeinde von Rom, Victor Fadlun, hatte zuvor auf »X« einen Bericht geteilt, demzufolge Neonazis am vergangenen Sonntag »Sieg Heil« vor dem Hotel gerufen haben sollen. Auf einem Video sieht man dort eine Gruppe von Neonazis mit schwarzen T-Shirts, die den Hitlergruß zeigen.

Der Vorfall habe sich in dem bulgarischen Wintersportort Bansko ereignet, wie die bulgarische Zeitung »24 Tschassa« berichtete. Die Jugendlichen aus Italien hätten sich nach Informationen des öffentlich-rechtlichen bulgarischen Rundfunks »BNR« in einem Hotel in Bansko für ein internationales zweiwöchiges Seminar mit Teilnehmern jüdischer Abstammung aufgehalten.

»Zwei Gruppen von Jugendlichen«

Die Polizei in Bansko habe in dem Hotel demnach eine »physische Auseinandersetzung« nach einem »verbalen Konflikt« zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen vermeiden können. Bulgarische Jugendliche hätten eine Gruppe Ausländer jüdischer Herkunft »beleidigt und provoziert«, hieß es.

Lesen Sie auch

»Unsere Kinder können in Europa nicht frei reisen, ohne der Gewalt und den verbalen Angriffen von Antisemiten ausgesetzt zu sein« schrieb der Präsident der Jüdischen Gemeinde Roms auf »X«. Nach dem Eingreifen der Polizei seien die Neonazis zurückgekehrt und hätten die Eingänge des Hotels erneut blockiert, so Fadluns Darstellung. Dabei hätten sie die jüdischen Jugendlichen bedroht und angeschrien. Die Jüdische Gemeinde Roms verurteile diesen erneuten Vorfall antisemitischer Gewalt aufs Schärfste.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani bekundete auf »X« seine Solidarität mit der Gruppe italienischer Juden.

»Unverzügliche Untersuchung«

Auch Schalom, die Dachorganisation der bulgarischen Juden, äußerte sich. Man beobachte die Ereignisse in Bansko mit Sorge. In dem Hotel in Bansko wo der Angriff stattgefunden habe, seien Teilnehmer des Sommercamps der Weltorganisation »Bnei Akiva« untergebracht. Auch Kinder aus den jüdischen Gemeinden in Rom und Mailand gehörten dazu.

»Schalom verurteilt diese aggressive und öffentliche antisemitische Tat auf bulgarischem Boden entschieden und schließt sich der Stellungnahme des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Rom, Victor Fadlun, an«, hieß es. Dieser hatte die bulgarischen Behörden aufgefordert, den Angriff vollständig aufzuklären sowie die Verantwortlichen so schnell wie möglich zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen.

»Bereits Anfang Juli hatten wir die Regionaldirektion des Innenministeriums in Blagoewgrad informiert und wegen der angespannten Lage in der Region sowie der Bedrohungen gegen jüdische Gemeinschaften in Europa um verstärkten Schutz für das Camp gebeten«, so Schalom. »Wir fordern eine unverzügliche Untersuchung und die Identifizierung der Täter, die Gewährleistung der Sicherheit der Kinder und des Personals bis zum Ende des Camps sowie eine klare öffentliche Stellungnahme der Institutionen gegen derartige Vorfälle.« dpa/ja

Gerichtsurteil

Behörde darf Verbeamtung wegen Nähe zu Muslimbruderschaft ablehnen

Die Klägerin arbeitet als Sachbearbeiterin bei der Karlsruher Ausländerbehörde. Das Gericht hat Zweifel an ihrer Verfassungstreue

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026

Berlin

Neukölln verschärft Regeln: CDU-Politiker will bei Antisemitismus Gelder streichen

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt will Förderbescheide mit strengeren Vorgaben versehen und bei Verstößen die Finanzierung von Projekten stoppen

 11.08.2026

Washington D.C.

Trump soll Bedrohung durch Iran mit Geheimflug aus der Türkei entgangen sein

Wie schafften es die Bewacher des Präsidenten, ihn unerkannt in eine kleinere Maschine zu bringen und nach London zu fliegen?

 11.08.2026

Aberdeen

Israelfeindliche Aktivisten dringen in britisches Büro von US-Rüstungskonzern ein

Nach Angaben der Aktivistengruppe arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit Elbit Systems aus Israel an mindestens einem Verteidigungsprojekt

 11.08.2026

Washington D.C.

Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Der US-Präsident sagt, die Meerenge sei von Minen geräumt und werde »zu 100 Prozent« von den USA kontrolliert. Der Iran dürfte das kaum so sehen

 11.08.2026