Gedenken

Brandenburg erinnert an KZ-Befreiung

Gedenkstätte »KZ Sachsenhausen« Foto: picture alliance / photothek.de

An die Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück vor 81 Jahren wird in Brandenburg mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen erinnert. Dazu werden auch insgesamt fünf Überlebende aus Dänemark, Deutschland, Polen und der Ukraine erwartet, hieß es bei der Vorstellung des Programms am Montag in Potsdam. Drei von ihnen hätten das KZ Ravensbrück, zwei das KZ Sachsenhausen überlebt. Der älteste von ihnen, der in Charkiw in der Ukraine geborene Mykola Urban, ist inzwischen 101 Jahre alt. Die jüngste von ihnen ist Ingelore Prochnow. Sie wurde 1944 in Ravensbrück geboren und ist 82 Jahre alt.

Zur zentralen Gedenkveranstaltung in der sogenannten »Station Z« in der Gedenkstätte Sachsenhausen, der früheren Hinrichtungsstätte des Konzentrationslagers, wird am kommenden Sonntag eingeladen. Daran werde auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teilnehmen, hieß es. Davor sind dort bereits ab Samstag verschiedene weitere Veranstaltungen geplant, darunter ein Zeitzeugengespräch mit dem 94-jährigen Überlebenden Bogdan Bartnikowski aus Polen, der nach dem Warschauer Aufstand mit zwölf Jahren in das KZ Auschwitz-Birkenau und dann in ein Außenlager von Sachsenhausen deportiert wurde.

Verleugnete NS-Opfer

In der Gedenkstätte Ravensbrück wird der 81. Jahrestag der Befreiung Anfang Mai begangen. Eine zentrale Gedenkveranstaltung, an der auch Kulturministerin Manja Schüle (SPD) teilnehmen will, ist dort am 3. Mai geplant. In Brandenburg an der Havel soll am 26. April an die Befreiung der Gefangenen des Zuchthauses Brandenburg-Görden erinnert werden. Im Mittelpunkt stünden die unter dem NS-Regime als Kleinkriminelle und Wiederholungstäter sicherungsverwahrten Häftlinge, die zu den verleugneten NS-Opfern gehörten, sagte Gedenkstättenleiterin Sylvia de Pasquale.

Die Justiz habe sich damals mit deren Auslieferung an das KZ-System zur »Vernichtung durch Arbeit« direkt an der Mordaktion beteiligt, betonte die Gedenkstättenleiterin. Zu der Gedenkveranstaltung wird auch Brandenburgs Justizminister Benjamin Grimm (SPD) erwartet.

Angriffe auf Gedenken »kreuzgefährlich«

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) rief dazu auf, die Erinnerung an die NS-Verbrechen und ihre Opfer wachzuhalten und inzwischen auch auf KI basierenden Geschichtsverfälschungen entgegenzutreten. Zunehmende Angriffe auf das Erinnern seien nicht nur geschmacklos, sondern auch »kreuzgefährlich«, sagte sie.

Antisemiten versuchten, das Andenken an die Schoah zu tilgen. All dies zeige, wie wichtig die Gedenkstätten weiterhin seien. Es sei eine Pflicht, sie zu erhalten, um die Erinnerung weiterzutragen.

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, sagte, um die Verbrechensgeschichte weiter erforschen und vermitteln zu können, sei mehr Unterstützung nötig, vor allem vom Bund. Die Bundespolitik sollte durch Sonderfinanzierungen Hilfestellung leisten, betonte er. Die rund 100 denkmalgeschützten historischen Bauwerke der Stiftung müssten erhalten werden. Zur Geschichtsvermittlung würden zum Teil auch neue Gebäude benötigt.

Eines davon solle für die Gedenkstätte Lieberose-Jamlitz am ehemaligen Ort des einstigen Außenlagers von Sachsenhausen errichtet werden. epd

Berlin

CSD-Veranstalter: Anschlag nicht instrumentalisieren

Der Berliner CSD-Verein fordert Solidarität statt Spaltung nach dem Anschlag im Tiergarten. Was die Veranstalter noch betonen

 26.07.2026

Berlin

Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter

Berlins Regierungschef Wegner hebt das rasche Handeln und das Zusammenspiel nach dem Terroranschlag am Rande des CSD hervor. Worüber er nun in den nächsten Tage sprechen möchte

 26.07.2026

Berlin

Bundeskanzler nennt CSD-Anschlag terroristisch und islamistisch

Nicht nur ein Angriff auf Teilnehmer des Berliner CSD, sondern auch einer gegen Freiheit und Offenheit – Bundeskanzler Merz kündigt an, genau das über Parteigrenzen verteidigen zu wollen

 26.07.2026

Karlsruhe

Generalbundesanwalt soll CSD-Ermittlungen übernehmen

Ein mutmaßlich islamistischer Hintergrund steht bei den Ermittlungen zum Anschlag am Rande des Berliner CSD im Fokus. Die Zuständigkeit wechselt daher bald zur obersten Anklagebehörde in Deutschland

 26.07.2026

Berlin

Dobrindt spricht von Terroranschlag – Verdächtiger flüchtig

Dramatisches Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Eine Person stirbt, 29 Menschen werden verletzt. Nach dem mutmaßlichen Täter wird gefahndet

 26.07.2026 Aktualisiert

Meinung

Die Gefahr des Islamismus endlich ernst nehmen

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD reichen Bekundungen der Trauer und Betroffenheit nicht. Es braucht konkretes gesetzgeberisches Handeln, um dem Terror zu begegnen

von Volker Beck  26.07.2026

Berlin

Blumen, Trauer und Tränen nach CSD-Angriff

Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Day

von Andreas Rabenstein, Monika Wendel  26.07.2026

Teheran

Iran droht USA mit Ausweitung des Konflikts

Das iranische Militär droht den USA mit einer Ausweitung der Kämpfe. Sollten die Luftangriffe andauern, werde Teheran neue militärische Strategien in der Region anwenden

 26.07.2026

Berlin

CSD-Angriff: Keine Lebensgefahr bei acht Charité-Patienten

Ein Mann steuert am Samstagabend einen Van in eine Menschenmenge. Eine Frau stirbt. Mehrere Menschen erleiden teilweise schwere Verletzungen. Acht von ihnen werden in die Charité gebracht

 26.07.2026