Diplomatie

Bosnien: Diplomatischer Eklat um Nazi-Helm an deutschen UN-Vertreter

Hoher Repräsentanten Christian Schmidt (CSU) Foto: picture alliance / Anadolu

In Bosnien und Herzegowina hat ein Regierungspolitiker für einen diplomatischen Eklat gesorgt: Stasa Kosarac, Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Beziehungen, soll Medienberichten zufolge dem Hohen Repräsentanten Christian Schmidt einen Militärhelm mit SS-Gravur zugeschickt haben. In einem Begleitschreiben habe er den deutschen UN-Politiker (CSU) als Besatzer bezeichnet.

Mehrere bosnische und serbische Medien veröffentlichten Bilder von dem NS-Relikt sowie dem Schreiben, das aus der Feder des ranghohen Politikers stammen soll. In dem auf Serbisch verfassten »Brief an den Besatzer« wird Schmidt aufgefordert, das Land zu verlassen. »Die Menschen in diesem Land sollten ihr eigenes Schicksal ohne Sie bestimmen«, zitiert ihn der Nachrichtensender N1. Der TV-Sender und das Portal Radio Sarajevo bezeichneten den Vorfall als »skandalös«.

Lesen Sie auch

Am Freitag jährt sich zum 30. Mal die Unterzeichnung des Dayton-Abkommens, durch das der Bosnienkrieg beendet wurde. Bei den Kämpfen zwischen den Volksgruppenarmeen von Serben, Kroaten und Bosniaken kamen etwa 100.000 Menschen ums Leben. Kurz vor dem Jahrestag war eine erneute Debatte um das Amt des Hohen Repräsentanten entbrannt, der den Frieden beaufsichtigt. Vor allem serbische Politik-Vertreter fordern die Auflösung seines Büros.

Der Hohe Repräsentant gilt als mächtigster Mann in dem Westbalkan-Staat. Er darf Gesetze erlassen, von der Regierung beschlossene Entscheidungen aufheben und gewählte Amtsträger absetzen.

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Kiel

Staatsschutz ermittelt zu antisemitischen Plakaten

Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen einer Aufforderung zu Straftaten nach Paragraf 111 Strafgesetzbuch eingeleitet worden, sagt die Polizei

 21.05.2026

New York

Nach Angriff auf israelisches Restaurant in München: Anklage in USA

Der Angeklagte soll als Kopf einer proiranischen Terrorgruppierung agiert haben

 21.05.2026

Meinung

Das entspricht nicht der Essenz unseres Landes!

Man muss keine Sympathie für die Aktivisten der Gaza-Flotille haben, um die Art abzulehnen, wie Itamar Ben-Gvir mit ihnen umgegangen ist. Der Minister hat dem Ansehen Israels geschadet

von Sarah Cohen-Fantl  21.05.2026

Washington D.C.

US-Justizministerium gründet Beratungsgremium gegen Judenhass

Der amtierende Justizminister Todd Blanche: »Präsident Trump hat die Bekämpfung des Antisemitismus zu einer obersten Priorität dieser Regierung gemacht.«

 21.05.2026

Andrews Air Force Base

Trump: »Netanjahu wird alles tun, was ich verlange«

Vor der Aussage des US-Präsidenten soll er mit dem israelischen Ministerpräsidenten ein längeres und angespanntes Gespräch über den weiteren Umgang mit dem Iran-Krieg geführt haben

 21.05.2026

Washington D.C.

USA drohen palästinensischen UNO-Vertretern mit Visa-Entzug

In einem internen Schreiben des US-Außenministeriums heißt es, die Kandidatur des UN-Botschafters Riyad Mansour für einen Vizepräsidentenposten der UN-Generalversammlung »schüre Spannungen«

 21.05.2026

Prag

Tschechien stellt sich bei Israel-Sanktionsdebatte gegen EU-Linie

Nach einem Gespräch mit seinem israelischen Kollegen Sa’ar sagt Außenminister Macinka: »Wir werden keine weiteren Handelssanktionen zulassen, selbst wenn wir sie als einzelnes Land blockieren müssen.«

 21.05.2026