Berlin

Angriff auf Leiter deutsch-arabischer Schule in Neukölln

Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg

Die Berliner Polizei ermittelt zu einem Angriff auf den Leiter der deutsch-arabischen Schule in Berlin-Neukölln, Hudhaifa Al-Mashhadani. Der 44-Jährige ist nach eigenen Angaben am Freitag am U-Bahnhof Rathaus Neukölln vormittags von einem Mann angegriffen und mit dem Tode bedroht worden. Der Polizei liegt eine entsprechende Anzeige vor, wie ein Polizeisprecher sagte. Zuvor hatte die »B.Z« berichtet. 

Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. Dafür würden Videoaufzeichnungen von Bahnsteig ausgewertet und es werde nach möglichen Zeugen gesucht. 

Al-Mashhadani, der auch Generalsekretär des Deutsch-Arabischen Rates ist, erstattete über Internet Anzeige. Dort beschrieb er laut Polizeisprecher, er sei unerwartet von hinten in den Rücken gestoßen worden, als er gegen 11.15 Uhr in die stehende U-Bahn einsteigen wollte. Zudem habe ihn der unbekannte Mann mit einer Geste mit dem Tode bedroht. Er habe ihn dabei womöglich sogar vor einen einfahrenden Zug stoßen wollen, sagte der Schulleiter dem »Tagesspiegel«. 

Al-Mashhadani gilt als Kritiker islamistischer Netzwerke und setzt sich für einen arabisch-israelischen Austausch ein. Bei Facebook veröffentlichte er eine gemeinsame Erklärung der Deutsch-Arabischen Ibn-Khaldun-Schule in Berlin, des Deutsch-Arabischen Rates sowie der unterstützenden arabischen, kurdischen und jüdischen Vereinigungen in Deutschland. 

Darin erklärten die Unterzeichner ihre »uneingeschränkte Solidarität« mit dem Schulleiter. Zugleich forderten sie die Behörden auf, alles zu unternehmen, um den Täter zu finden. 

Auch Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner bekundete seine Solidarität. »Der feige Angriff auf Prof. Dr. Hudhaifa Al-Mashhadani erschüttert mich zutiefst und ich verurteile diese feige Tat aufs Schärfste«, schrieb der CDU-Politiker auf der Onlineplattform X. 

Auf der Facebook-Seite von Al-Mashhadani wurde der Vorfall an der U7 detailliert beschrieben. Demnach ereignete sich dieser am Freitag zwischen 10.40 Uhr und 11.13 Uhr. Al-Mashhadani sei von einer unbekannten Person »gezielt und mit erheblicher Kraft von hinten« gestoßen worden – just in dem Moment, als die U-Bahn in den Bahnhof einfuhr. 

»Nur durch eine äußerst schnelle Reaktion konnte ein potenziell lebensgefährlicher Sturz verhindert werden. Danach hab der Täter unter anderem eine «Tötungsgeste sowie die Geste »Wir beobachten dich«» gemacht. Der Mann habe einen langen schwarzen Mantel angehabt und eine rote palästinensische Kufiya, ein sogenanntes Palästinenser-Tuch, um den Hals getragen. dpa

Redaktioneller Hinweis: Recherchen des «Tagesspiegel» vom 9. März 2026 legen nahe, dass Hudhaifa Al-Mashhadani den angeblichen Angriff auf ihn lediglich erfunden hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt demnach gegen den Schulleiter.

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Zweite Anklage wegen Mordversuchs am Holocaust-Mahnmal

Khalaf A. habe mit dem bereits im März wegen des Mordversuchs verurteilten Wassim Al M. in Kontakt gestanden und diesen ermutigt, sein Vorhaben umzusetzen, hieß es

 09.09.2026

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Iran

Kamran Hekmati in Teheran aus dem Gefängnis entlassen

Der 71-jährige iranisch-amerikanische Jude kommt nach einjähriger Haft wegen einer Reise nach Israel frei, darf das Land aber weiterhin nicht verlassen

 09.09.2026

Bundestag

Merz wirft AfD Pläne für »ethnische Säuberungen« vor

Wenige Tage nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt gibt sich Bundeskanzler Merz kämpferisch gegenüber der Partei. Bei der Generaldebatte im Bundestag wirft er ihr vor, mit ihren migrationspolitischen Positionen das Land zu spalten

 09.09.2026

Fußball

»Für Juden spielen wir nicht«

Beim Oberliga-Verein Tennis Borussia Berlin soll es zu antisemitischen Anfeindungen gegen den jüdischen Vorstandsvorsitzenden Ariel Gala gekommen sein – aus der eigenen Jugendabteilung

 09.09.2026

Max Privorozki

»Ich werde Halle nicht verlassen, solange wir in einer freien Gesellschaft leben«

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk spricht der Gemeindevorsitzende über Wahlergebnisse, Prognosen und die Aufgabe der Gesellschaft

 09.09.2026