Meinung

Was im Iran-Krieg bisher erreicht wurde

Sima Shine ist Expertin für den Iran und Senior Researcher am Institute for National Security Studies (INSS). Foto: Chen Galili

Meinung

Was im Iran-Krieg bisher erreicht wurde

Israelis und Amerikaner können durchaus schon militärische Erfolge gegen den Iran vorweisen. Das Mullah-Regime wird definitiv schwächer aus diesem Konflikt herauskommen, als es hineingegangen ist

von Sima Shine  18.03.2026 16:34 Uhr

In der Diskussion um den bisherigen Erfolg oder Misserfolg der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran geht viel durcheinander. Es hilft, sich noch einmal die Kriegsziele vor Augen zu führen: erstens sicherzustellen, dass das iranische Regime nicht in der Lage ist, eine Atombombe zu bauen. Zweitens die Bedrohung Israels durch iranische Raketen zu beseitigen. Drittens den Mullahs die Fähigkeit zu nehmen, weiter ihr Proxy-Netzwerk in der Region zu unterhalten, und viertens die Bedingungen dafür zu schaffen, dass die iranische Bevölkerung das Regime stürzen kann.

Letzteres Ziel ist wohl eher Wunschdenken, und dessen Erreichung steht in den Sternen. Was die anderen drei Ziele angeht, lässt sich aber bereits jetzt schon eine vorsichtige Bilanz ziehen, auch wenn jede Einschätzung unter dem Vorbehalt stehen muss, dass der Krieg noch nicht beendet ist. Nach allem, was wir wissen, greifen Israelis und Amerikaner nicht nur die Abschussrampen der Raketen an, sondern auch die Industrie für deren Herstellung.

Das iranische Regime hat seine Beziehungen zu den Golfstaaten in kürzester Zeit ruiniert.

Dasselbe darf auch für die Anlagen angenommen werden, die für den Bau einer Atombombe nötig sind. Die Ziele eins und zwei dürften realistischerweise erreicht werden.

Auch beim dritten Ziel zeichnet sich ein Erfolg ab: Die Hisbollah ist nur sehr zögerlich in den Krieg eingetreten, weil sie so schwach ist wie nie zuvor und selbst unter den Schiiten im Libanon an Unterstützung verliert. Die Hamas hat unter dem Druck Katars und der Türkei sogar die iranischen Angriffe auf die arabischen Länder verurteilt. Die Huthi im Jemen haben ihre eigenen Interessen und halten sich derzeit aus dem Krieg heraus. Gleichzeitig hat das iranische Regime seine Beziehungen zu den Golfstaaten, die es über Jahre mühsam verbessert hatte, in kürzester Zeit ruiniert.

Lesen Sie auch

Der Iran setzt auf einen langen Krieg und ökonomischen Druck. Ob diese Rechnung aufgehen wird, lässt sich heute noch nicht sagen. So viel scheint jedoch sicher: Das Regime wird deutlich schwächer aus diesem Konflikt herauskommen, als es hineingegangen ist.

Die Autorin ist Expertin für den Iran und Senior Researcher am Institute for National Security Studies (INSS).

Bern

Verantwortung lässt sich nicht neutralisieren

Die Schweiz debattiert anlässlich einer Volksabstimmung über ihre Neutralität. Ein Kommentar von JA-Schweiz-Korrespondentin Nicole Dreyfus

von Nicole Dreyfus  25.09.2026

Kommentar

Sprecht mit uns. Nehmt uns ernst

Herr Ramelow, die jüdische Gemeinschaft, die vor Judenhass warnt, ist nicht das Problem. Antisemitismus ist das Problem - insbesondere in Ihrer Partei

von Avitall Gerstetter  24.09.2026

Glosse

Ein Clan-Chef als Antisemitismusbeauftragter!

Warum Issa Remmo der »Linken« offiziell Persilscheine ausstellen und Arafat Abou-Chaker neuer Polizeipräsident in Berlin werden sollte

von Ayala Goldmann  22.09.2026

Kommentar

Schwesigs Erfolg: Wie man die AfD im Zaum halten kann

Manuela Schwesig hat gezeigt, wie man dem Populismus der Rechtsextremen begegnen kann. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für die SPD, sondern für alle Demokraten

von Michael Thaidigsmann  22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Essay

Wo ist mein Berlin, in dem es keinen Hass auf Juden mehr geben sollte?

Unsere Gastautorin Dorothea Schupelius warnt vor der unheiligen Allianz der Linkspartei mit radikalen Muslimen - und vermisst das Berlin, in dem sie aufgewachsen ist

von Dorothea Schupelius  20.09.2026

Es braucht eine Brandmauer gegen die Linkspartei

Wenn Rassismus von rechts für Regierungsverantwortung disqualifiziert – warum sollte Antisemitismus von links weniger schwer wiegen?

von Nelly Eliasberg  20.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Michael Lüders, Groß-Palästina und seine Vorliebe für Wassermelonen

Wie BSW-Spitzenkandidat Michael Lüders sich als verrückter Rand einer Wahldebatte präsentierte

von André Anchuelo  19.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Hohe Feiertage, wichtige Wahl

Die Bürger von Mecklenburg-Vorpommern wählen am 20. September ihr Parlament. Wird der besorgniserregende Trend, der in Sachsen-Anhalt zu beobachten war, fortgesetzt und verfestigt?

von Juri Rosov  19.09.2026