Prognose

Israel stellt sich auf weitere drei Wochen Iran-Krieg ein

Ein Jet der israelischen Luftwaffe am 15. März Foto: Flash 90 2026

Die israelische Armee plant ihren Krieg gegen den Iran nach Angaben eines Sprechers noch mindestens drei Wochen fortzusetzen. Es verblieben noch »Tausende Ziele« im Iran, sagte der Militärsprecher Effie Defrin, wie die Armee bestätigte. 

Am Sonntag griff die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben vor allem Ziele in der Region der westiranischen Großstadt Hamedan an. Dort seien mehrere wichtige Kontrollzentren der Revolutionsgarden und der Basidsch-Miliz, einer paramilitärischen Einheit unter Kontrolle der Revolutionsgarden, angegriffen worden. Diese Zentren hätten zur Vorbereitung von Angriffen auf Israel und weitere Länder im Nahen Osten gedient, schrieb die Armee.

»Wir sind bereit – in Abstimmung mit unseren US-Verbündeten – mit Planungen zumindest bis zum jüdischen Feiertag Pessach, der in etwa drei Wochen beginnt«, sagte Defrin dem US-Sender CNN. »Und wir haben sogar weitergehende Pläne für weitere drei Wochen darüber hinaus.« 

Pessach beginnt am Abend des 1. April. Es erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei. Traditionell findet am Pessachabend ein großes Familientreffen statt.

Seit Beginn des Krieges mehr als 400 Angriffswellen durchgeführt.

Nach Angaben der Armee hat die israelische Luftwaffe seit Beginn des Kriegs am 28. Februar bereits mehr als 400 Angriffswellen ausgeführt. Diese konzentrierten sich demnach auf Infrastruktur der iranischen Machthaber. Laut dem US-Sender haben Israel und die USA im Iran bereits Tausende Ziele angegriffen. 

Defrin sagte CNN, die israelische Armee arbeite »nicht nach einer Stoppuhr oder einem Zeitplan«. Sie konzentriere sich vielmehr auf das Ziel, die iranische Führung erheblich zu schwächen.

Saar dementiert Berichte über Knappheit an Abwehrraketen

Unterdessen hat der israelische Außenminister Gideon Saar einen Medienbericht dementiert, demzufolge Israel die USA über eine befürchtete Knappheit an Abwehrraketen im Iran-Krieg informiert haben soll. Bei einem Solidaritätsbesuch in der arabischen Ortschaft Sarsir im Norden Israels verneinte Saar eine entsprechende Frage eines Journalisten. Bei einem iranischen Raketenangriff waren in dem Ort in der Nacht zum Freitag 58 Menschen verletzt worden. 

Das US-Nachrichtenportal Semafor hatte am Samstag unter Berufung auf US-Beamte berichtet, Israel habe die USA diese Woche darüber informiert, dass Abfangraketen für ballistische Raketen im Krieg mit dem Iran »kritisch knapp« würden. 

Saar äußerte sich zudem mit Blick auf die Angriffe im Libanon und die Raketenangriffe durch die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz auf Israel. Es seien in den nächsten Tagen keine direkten Gespräche mit dem Libanon geplant. »Wenn die libanesische Regierung und die libanesische Armee etwas verändern wollen, sollten sie etwas unternehmen, um die Angriffe der Hisbollah von libanesischem Gebiet aus zu stoppen«, sagte Saar. dpa

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