Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Christoph Heubner Foto: picture alliance/dpa

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Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026 17:25 Uhr

Es war dem Hinweis des Fritz Bauer Instituts und der Intervention des Internationalen Auschwitz Komitees zu verdanken, dass sich im November vergangenen Jahres über dem renommierten Auktionshaus Felzmann in Neuss ein Sturm der Entrüstung entlud: Unter dem Titel »Das System des Terrors Vol. II« bot das Auktionshaus per Katalog Gestapo-Dokumente und Briefe an, die Häftlinge in Konzentrationslagern geschrieben hatten. Unter den Hammer kommen sollte auch ein sogenannter »Judenstern« – versehen mit dem schriftlichen Hinweis »mit Gebrauchsspuren«.

Das Internationale Auschwitz Komitee erreichten damals viele Anrufe von Überlebenden und deren Familienangehörigen, die fassungslos und zornig waren, dass eine solche Geschäftemacherei ausgerechnet in Deutschland stattfinden sollte.

»Wir Überlebende verfolgen die Politik in Deutschland mit großer Aufmerksamkeit.«

Eva Umlauf, Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees

Wir forderten die Absage der Auktion und zukünftig die Gewähr, dass Zeugnisse und Dokumente aus den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern entweder den Familien der Opfer oder Gedenkstätten übergeben werden.

Nun hat der Bundesrat eine Gesetzesinitiative zum Verbot des Handels mit Gegenständen von NS-Opfern beschlossen. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatte den Entwurf am 8. Mai im Bundesrat eingebracht. »Gut so«, habe ich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst bei seinem Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz einige Tage später zugerufen und ihm für diese wichtige Initiative gedankt.

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Und noch einen Gruß von Eva Umlauf, Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, hinzugefügt: »Wir Überlebende verfolgen die Politik in Deutschland mit großer Aufmerksamkeit: Wir erleben immer häufiger, dass rechtsextreme Politiker und rechtsextreme Parteien in Deutschland unseren Erinnerungen und der Erinnerungskultur feindlich gegenüberstehen. Das bedroht auch unsere Würde. Und sie bedrohen die Demokratie.«

Diese Worte Umlaufs nehmen sich hoffentlich auch die Abgeordneten im Bundestag zu Herzen. Denn dort wird nun über den Gesetzentwurf entschieden.

Der Autor ist Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees.

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