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Die Hertie School ist eine seltene Ausnahme

JSUD-Präsident Ron Dekel Foto: Gregor Matthias Zielke

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Die Hertie School ist eine seltene Ausnahme

An der privaten Hochschule wurde die Studierendenvertretung für eine Pro-BDS-Resolution abgestraft. Das ist ein wichtiges Signal. Doch das Problem des Antisemitismus an deutschen Universitäten reicht viel weiter

von Ron Dekel  18.03.2026 13:26 Uhr

Die Studierendenvertretung der Hertie School in Berlin hat eine Resolution verabschiedet, in der sie der antisemitischen und israelfeindlichen Boykottbewegung BDS ihre Unterstützung ausspricht. Das Überraschende daran ist nicht der Beschluss selbst, sondern die große mediale Aufmerksamkeit, die der Fall erhält. Ähnliche Vorgänge an anderen Hochschulen finden dagegen kaum Beachtung. Demnächst soll etwa über einen ähnlichen Antrag an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf abgestimmt werden, die 40-mal mehr Studierende hat als die Hertie School.

Für uns jüdische Studierende ist die Diskussion um die BDS-Bewegung kein akademisches Streitgespräch und keine Möglichkeit zur sozialen Distinktion. Es ist eine existenzielle Frage. Es geht darum, ob jüdische Studierende weiterhin Schutzräume an Hochschulen haben oder ob israelbezogener Antisemitismus weiter salonfähig gemacht wird, mit sehr realen Folgen für jüdisches Leben in der Diaspora.

Die Frage muss lauten, wie Universitäten insgesamt mit antisemitischen Dynamiken in studentischen Gremien umgehen können.

Noch etwas anderes ist im Fall der Hertie School besonders: Das Bekenntnis der Studierendenvertreter zu BDS hatte echte Folgen. Die Stiftung der privaten Hochschule kündigte Konsequenzen an, und aus der Studierendenschaft gab es Widerstand. In einem Misstrauensvotum sprach sich eine knappe Mehrheit der Studierenden für eine Auflösung ihrer eigenen Vertretung aus.

Das sendet ein wichtiges Signal, und doch ist es ein leider sehr seltener Sieg für die sogenannte schweigende Mehrheit, die in den vergangenen zwei Jahren jüdische Studierende viel zu oft im Stich gelassen hat.

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Deshalb sollte der Blick jetzt nicht nur auf diesen einen Fall gerichtet bleiben. Vielmehr muss die Frage gestellt werden, wie Universitäten insgesamt mit antisemitischen Dynamiken in studentischen Gremien umgehen und wie jüdische Studierende besser geschützt werden können.

Wenn Hochschulen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nachkommen, müssen auch die nächsthöheren Ebenen, etwa Stiftungen oder zuständige Ministerien, stärker eingreifen.

Der Autor ist Präsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD).

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