Als ich im Alter von 15 Jahren das erste Mal an einer Maccabiah in Israel teilgenommen hatte, wurde mir schnell klar: Das ist mehr als nur ein Wettkampf. Natürlich dreht sich alles um Leistung, um Medaillen. Doch hier geht es um etwas, das für viele von uns leider nicht selbstverständlich ist, und zwar als Jüdinnen und Juden mit unseren Makkabi-Trikots und Davidstern ganz normal Sport zu betreiben.
Gerade in der jetzigen Zeit ist es unglaublich wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Hier wird klar, warum der Zionismus so bedeutsam ist für unsere Identität. Nur ein einziges Mal ist die Maccabiah ausgefallen, und das war während der Zeit des Nationalsozialismus. Wenn wir Makkabäer also allen Widrigkeiten trotzen und aus der ganzen Welt in Israel zusammenkommen, um Sport und Jüdischkeit zu zelebrieren, ist das auch gelebte Selbstbehauptung.
Jüdischer Sport ist in Deutschland auch weiterhin möglich – das zeigen unsere Makkabi-Vereine jeden Tag. Aber dieser Alltag ist zunehmend belastet. Viele jüdische Sportlerinnen und Sportler erleben Diskriminierung und Anfeindungen. Die Maccabiah setzt dem etwas entgegen: jüdische Stärke, Zusammenhalt und eine Selbstverständlichkeit. Sie zeigt, dass wir uns nicht aus der Gesellschaft und schon gar nicht aus dem Sport verdrängen lassen – weder in Deutschland noch sonstwo.
Ich wünsche mir, dass unsere Delegation stolz und mit unvergesslichen Eindrücken zurückkommt – aber auch mit einem tieferen Verständnis dafür, was die Menschen in Israel seit dem 7. Oktober 2023 erleben mussten. Unsere Athletinnen und Athleten werden nicht nur an Wettkämpfen teilnehmen, sondern auch die Kibbuzim im Süden besuchen, die von der Hamas überfallen wurden. Es ist wichtig, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, um allen zu zeigen: Wir sind nicht allein! Diese Kraft, diese Verbundenheit und dieses Bewusstsein sollen unsere Sportlerinnen und Sportler mit nach Deutschland bringen – in ihre Vereine, ihre Teams und ihren Alltag. Makkabi Chai!
Der Autor ist Präsident von Makkabi Deutschland.