Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Samstag 27.06.2026, Makkabi Deutschland Pre-Camp Foto: Makkabi/ Mareen Meyer

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026 16:44 Uhr

Als ich im Alter von 15 Jahren das erste Mal an einer Maccabiah in Israel teilgenommen hatte, wurde mir schnell klar: Das ist mehr als nur ein Wettkampf. Natürlich dreht sich alles um Leistung, um Medaillen. Doch hier geht es um etwas, das für viele von uns leider nicht selbstverständlich ist, und zwar als Jüdinnen und Juden mit unseren Makkabi-Trikots und Davidstern ganz normal Sport zu betreiben.

Gerade in der jetzigen Zeit ist es unglaublich wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Hier wird klar, warum der Zionismus so bedeutsam ist für unsere Identität. Nur ein einziges Mal ist die Maccabiah ausgefallen, und das war während der Zeit des Nationalsozialismus. Wenn wir Makkabäer also allen Widrigkeiten trotzen und aus der ganzen Welt in Israel zusammenkommen, um Sport und Jüdischkeit zu zelebrieren, ist das auch gelebte Selbstbehauptung.

Jüdischer Sport ist in Deutschland auch weiterhin möglich – das zeigen unsere Makkabi-Vereine jeden Tag. Aber dieser Alltag ist zunehmend belastet. Viele jüdische Sportlerinnen und Sportler erleben Diskriminierung und Anfeindungen. Die Maccabiah setzt dem etwas entgegen: jüdische Stärke, Zusammenhalt und eine Selbstverständlichkeit. Sie zeigt, dass wir uns nicht aus der Gesellschaft und schon gar nicht aus dem Sport verdrängen lassen – weder in Deutschland noch sonstwo.

Ich wünsche mir, dass unsere Delegation stolz und mit unvergesslichen Eindrücken zurückkommt – aber auch mit einem tieferen Verständnis dafür, was die Menschen in Israel seit dem 7. Oktober 2023 erleben mussten. Unsere Athletinnen und Athleten werden nicht nur an Wettkämpfen teilnehmen, sondern auch die Kibbuzim im Süden besuchen, die von der Hamas überfallen wurden. Es ist wichtig, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, um allen zu zeigen: Wir sind nicht allein! Diese Kraft, diese Verbundenheit und dieses Bewusstsein sollen unsere Sportlerinnen und Sportler mit nach Deutschland bringen – in ihre Vereine, ihre Teams und ihren Alltag. Makkabi Chai!

Der Autor ist Präsident von Makkabi Deutschland.

Kommentar

Für Islamisten existiert kein Kindeswohl

In glühender Hitze wurden Kinder von Islamisten gefesselt durch Berlin geführt. Dass so etwas mitten in der Hauptstadt geschehen kann, ist die Folge einer fehlgeleiteten Migrationspolitik

 30.06.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Victoria Gulde  27.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

Meinung

Essen mit Beigeschmack

Katrin Richter kritisiert, dass jüdische und israelische Küche zunehmend nur noch mit Schutzkonzept serviert werden kann

von Katrin Richter  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026