Meinung

Die Flucht der arabischen Juden

Tair Haim Foto: Yarden Rock

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Die Flucht der arabischen Juden

Einst lebten viele Juden in der muslimischen Welt. Es ist wichtig, an ihre persönlichen Geschichten von Exil und Mut zu erinnern

von Tair Haim  27.11.2025 12:28 Uhr

Am 30. November gedenken wir der Jüdinnen und Juden, die gezwungen wurden, aus den arabischen Ländern zu fliehen. Vielen ist dieser Teil der jüdischen Geschichte kaum bekannt. Für mich steht er für den Anfang meiner Familie.

Denn meine Großeltern zählten zu den fast 50.000 Juden, die 1949 während der »Operation Fliegender Teppich« vom Jemen nach Israel ausgeflogen wurden. Sie ließen ihre 2000 Jahre alte Heimat, ihre Traditionen und eine Welt zurück, die ihnen keinen Schutz mehr bieten konnte.

Sie kamen in Israel mit nur geringen Sprachkenntnissen an, mit den wenigen Dingen, die sie mitnehmen konnten, und ohne Sicherheiten, aber sie hatten einen tiefen Glauben, eine reiche Kultur und die Kraft, noch einmal ganz von vorn anzufangen. Sie hatten keine Wahl, auf diese Reise zu gehen, es war ein bloßer Akt des Überlebens. Diese Geschichte lebt in mir weiter. Sie hat meine Identität geprägt und wurde Teil meines künstlerischen Ausdrucks.

Um den Nahen Osten heute zu verstehen, müssen wir dieses Kapitel anerkennen.

Als Nachfahren jemenitischer Juden oder Juden aus arabischen Ländern sind wir ein natürlicher und gleichberechtigter Teil der israelischen Gesellschaft. Allerdings wurden wir nicht immer als solcher wahrgenommen. Um den Nahen Osten heute zu verstehen, müssen wir dieses Kapitel anerkennen und uns mit Fragen auseinandersetzen: Warum mussten diese Gemeinden fliehen? Welche Ängste und welcher Druck zwangen sie zu gehen? Wie wurden sie in ihrer neuen Heimat Israel empfangen?

Die Vergangenheit ist nicht nur Geschichte, sie ist ein Kompass. An diese persönlichen Geschichten von Exil und Mut zu erinnern, ist wichtig, um eine bessere Zukunft zu schaffen. Ich träume von einem Nahen Osten, in dem sich Menschen frei bewegen können, in dem sie sich ohne Angst begegnen und gestalten können.

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In meiner Musik trage ich die Stimmen meiner Vorfahren, besonders die der Frauen, deren Lieder auf einen kleinen Raum begrenzt waren. Heute reichen ihre Stimmen weiter. Denn zu wissen, woher wir kommen, prägt, wohin wir gehen.

Die Autorin ist israelische Sängerin und Mitbegründerin der Band A-WA. Ihr Solo­album heißt »Maktub«.

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