Meinung

Der Richtige zur richtigen Zeit

Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance / photothek

Es war richtig und unausweichlich. Die israelische Regierung ließ nach dem Air-Strike der Amerikaner auf Fordo plakatieren: »Thank you Mr. President.« Man kann über Donald Trump sagen, was man will. Ein Zauderer ist er nicht. Dasselbe gilt für Benjamin Netanjahu.

Etwas Historisches ist geschehen: »Bibi« Netanjahu hat den Mullahs die Bombe kaputt gemacht. Mit Hilfe Trumps. Oder durch ihn. Egal wie.

Die Geschichtsschreibung wird in 20 Jahren womöglich feststellen, dass diese beiden weißen alten Männer das jüdische Volk vor einer erneuten Vernichtung gerade noch rechtzeitig bewahrt haben. Das wird man ihnen gar nicht hoch genug anrechnen können.

Es ist genial, wie Netanjahu das alles militärisch eingefädelt hat. Die Schwächung und Demütigung der Proxies, also der Hamas, Hisbollah, Huti, die Show der fast britisch-anstrengungslosen Luftüberlegenheit gegenüber dem Iran. Man mag dem israelischen Premier vieles vorwerfen. Dass er korrupt sei, an der Macht klebe, die Demokratie zu seinen Gunsten aushebeln wolle. Stimmt vermutlich.

Lesen Sie auch

Aber wenn er es geschafft hat, die unablässig angedrohte Vernichtung Israels zu verhindern, dann ist es mir doch egal, ob er ein paar Champagnerflaschen hat mitgehen lassen oder seine Frau sich auf Staatskosten in Paris ohnmächtig shoppt. Seine rechtsradikalen Minister gehören hinter Schloss und Riegel. Keine Frage. Aber Netanjahu war und ist der Richtige zur richtigen Zeit. Die Bayern würden sagen: A Hund is er scho! Was eine Auszeichnung ist.

Der Autor ist freier Journalist und Schriftsteller und lebt in Berlin.

Tel Aviv

Israelischer Luftwaffenchef: Geplanter Großangriff auf Iran kurz vor Start gestoppt

Generalmajor Omer Tischler sagt, die Einsatzkräfte seien bereits vollständig für die Mission vorbereitet gewesen

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Dokumentation

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Wortlaut

Der saudische Sender »Al Arabiya English« hat das Memorandum of Understanding zwischen Teheran und Washington veröffentlicht

 17.06.2026

Westjordanland

Smotrich will Hebron-Abkommen kündigen – Außenministerium widerspricht

Seit 1997 regelt die Vereinbarung die Teilung der Stadt. Jetzt will der Finanzminister daran rütteln.

von Sara Lemel  16.06.2026

Nahostkonflikt

Donald Trump lobt sich selbst - und tadelt Israel

Beim G7-Gipfel im französischen Evian holte der US-Präsident erneut zu einem rhetorischen Rundumschlag aus. Anstelle von Benjamin Netanjahu lobte er Syriens Präsident Ahmed Al-Scharaa

 16.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Nahost

Trotz des Iran-Abkommens: Hisbollah greift israelische Soldaten an

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte feuerte die von Iran unterstützte Terrororganisation im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschosse auf IDF-Soldaten im Südlibanon

 16.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet«

»Wir wissen nicht, was in dem Abkommen steht«, sagt der israelische Ministerpräsident. Entscheidend sei, dass es von einer glaubwürdigen militärischen Drohkulisse begleitet werde

 16.06.2026