Meinung

Der Richtige zur richtigen Zeit

Benjamin Netanjahu Foto: picture alliance / photothek

Es war richtig und unausweichlich. Die israelische Regierung ließ nach dem Air-Strike der Amerikaner auf Fordo plakatieren: »Thank you Mr. President.« Man kann über Donald Trump sagen, was man will. Ein Zauderer ist er nicht. Dasselbe gilt für Benjamin Netanjahu.

Etwas Historisches ist geschehen: »Bibi« Netanjahu hat den Mullahs die Bombe kaputt gemacht. Mit Hilfe Trumps. Oder durch ihn. Egal wie.

Die Geschichtsschreibung wird in 20 Jahren womöglich feststellen, dass diese beiden weißen alten Männer das jüdische Volk vor einer erneuten Vernichtung gerade noch rechtzeitig bewahrt haben. Das wird man ihnen gar nicht hoch genug anrechnen können.

Es ist genial, wie Netanjahu das alles militärisch eingefädelt hat. Die Schwächung und Demütigung der Proxies, also der Hamas, Hisbollah, Huti, die Show der fast britisch-anstrengungslosen Luftüberlegenheit gegenüber dem Iran. Man mag dem israelischen Premier vieles vorwerfen. Dass er korrupt sei, an der Macht klebe, die Demokratie zu seinen Gunsten aushebeln wolle. Stimmt vermutlich.

Lesen Sie auch

Aber wenn er es geschafft hat, die unablässig angedrohte Vernichtung Israels zu verhindern, dann ist es mir doch egal, ob er ein paar Champagnerflaschen hat mitgehen lassen oder seine Frau sich auf Staatskosten in Paris ohnmächtig shoppt. Seine rechtsradikalen Minister gehören hinter Schloss und Riegel. Keine Frage. Aber Netanjahu war und ist der Richtige zur richtigen Zeit. Die Bayern würden sagen: A Hund is er scho! Was eine Auszeichnung ist.

Der Autor ist freier Journalist und Schriftsteller und lebt in Berlin.

New York/Madrid

»Warum unterhält Spanien noch immer koloniale Enklaven in Afrika?«

Israels UNO-Botschafter Danny Danon: »Vielleicht sollte Spanien, bevor es uns weiter belehrt, der Welt etwas erklären.«

 02.08.2026

Street-Art

Jeden Tag ein neues Gesicht

In Tel Aviv zeugen unzählige Graffitis von dem, was die Stadt und ihre Menschen bewegt. Eine Tour

von Valentin Suckut  02.08.2026

Kommentar

Sánchez’ alter, antisemitischer Trick

Wer trägt die Verantwortung für die jüngste Katastrophe in Ceuta? Ausnahmsweise wohl nicht »die Zionisten«

von Rafael Seligmann  02.08.2026

Tel Aviv

»Und dann musste ich mein eigenes Grab schaufeln«

Über zwei Jahre lang war Evyatar David in Gewalt der Hamas. Jetzt berichtet er davon, wie er – ausgezehrt und geschwächt – sein eigenes Grab ausheben musste

 02.08.2026

Wahlkampf

Der Anti-Bibi

Erstmals führt Gadi Eizenkot mit seiner Partei Jaschar die Wahlumfragen an. Wer ist der überraschende Top-Herausforderer?

von Joshua Schultheis  01.08.2026

Meinung

Die Vereinten Nationen und ihre obsessive Fixierung auf den jüdischen Staat

Warum der Staatengemeinschaft ihre Heuchelei und Doppelmoral eher früher als später zum Verhängnis werden wird

von Daniel Neumann  01.08.2026

Tel Aviv/Lod

Ben Gurion Airport: Nur jeder dritte Flug startet pünktlich

Die auf dem Flughafen geparkten Tanker der US-Luftwaffe sind nur einer von mehreren Gründen für ständige Verspätungen

 31.07.2026

Libanon

Reaktion auf Drohnenangriff: Israel sprengt Hisbollah-Tunnelsystem

Auslöser für die nun erfolgte Zerstörung sei ein Drohnenangriff der Hisbollah am Mittwoch gewesen, erklären Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz

 31.07.2026

Großbritannien

Hackney will Städtepartnerschaft mit Haifa beenden

Ratsherr Simche Steinberger wirft der Ratsmehrheit vor, die sechs jüdischen Ratsmitglieder überhaupt nicht konsultiert zu haben

 31.07.2026