Antisemitismus-Skandale

Wolfram Weimer will Berlinale-Chefin Tricia Tuttle entlassen

Tricia Tuttle Foto: picture alliance / Jörg Carstensen

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will Tricia Tuttle, die Chefin der Berlinale, entlassen, wie »Bild« unter Berufung auf Kreise der für die Berlinale zuständigen »Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH« berichtet.

Die amerikanische Autorin hatte die Leitung des international angesehenen Filmfestivals im April 2024 übernommen. Die Berlinale war schon damals in die Kritik geraten, weil bei Preisverleihungen Israel einseitig kritisiert und immer wieder auch mit antisemitischen Aussagen belegt worden war.

Wolfram Weimer und Tricia Tuttle seien sich »Bild« zufolge einig, dass es es eine neue Berlinale-Führung geben müsse. Am Donnerstag treffen sich auf Weimers Initiative die Führungsgremien der KBB. Weimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. 

Weimer erklärte im Vorfeld der Sitzung bereits: »Die Berlinale ist kein Ort für Hetze, Drohungen und Antisemitismus. Israel-Hass darf sich dort nicht austoben, schon gar nicht mit Steuergeldern finanziert.«

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Bei der diesjährigen Berlinale hatte der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib am Wochenende mit einer Rede für einen Skandal gesorgt. Alkhatib, der zuvor für seinen Film Chronicles of a Siege ausgezeichnet worden war, warf der deutschen Regierung vor, sie sei Partner »des Völkermords im Gazastreifen«.

Im Wortlaut sagte Alkhatib, dessen Dankesrede simultan übersetzt wurde: »Einige Menschen haben mir gesagt: ›Vielleicht musst du ein wenig vorsichtig sein, bevor du das sagst, was du jetzt sagen möchtest, weil du ein Flüchtling in Deutschland bist. Und es gibt so viele rote Linien.‹ Aber darum geht es mir nicht. Mir geht es um meine Menschen und um Palästina. Und deswegen sage ich, dass meine letzten Worte hier an die deutsche Regierung sind: Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza. Und ich glaube, dass sie intelligent genug sind, um diese Wahrheit zu erkennen. Aber sie wählen, dass es ihnen nicht wichtig ist. Free Palestine – von jetzt an bis zum Ende dieser Welt.«

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Alkhatib, der eine palästinensische Flagge von einem Begleiter mit auf die Bühne brachte, die umgedreht gehalten wurde, sagte, eines Tages werde es ein wunderbares Filmfestival in Gaza geben. »Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war.« Im Saal waren Applaus und auch Zwischenrufe zu hören. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ aus Protest den Saal.

Wolfram Weimer sagte nach der Preisverleihung: »Die Pali-Aktivistenszene hat auf der Berlinale mit Israel-Hass, Aggressivität und Bekenntnisnötigungen ihre hässliche Fratze gezeigt.« Es seien Jury-Arbeiten und Preisverleihungen für »politische Destruktion« missbraucht worden. ja

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