Berlin

Ruth Moschner positioniert sich gegen die AfD

Ruth Moschner Foto: picture alliance / Eventpress

Die Moderatorin und Schauspielerin Ruth Moschner nutzt ihre große Reichweite, um vor der AfD zu warnen. In einem aktuellen Instagram-Beitrag richtet sie sich dabei vor allem an Menschen, die wie sie selbst finanziell vergleichsweise gut gestellt sind. Ihre Botschaft ist provokant formuliert: »Wenn Du Menschen wie mich ärgern möchtest – wähl nicht die AfD!«

Moschner führt in ihrem Beitrag mehrere Punkte aus dem AfD-Programm an, von denen sie nach eigener Einschätzung persönlich profitieren würde. Gleichzeitig versucht sie zu zeigen, wer die möglichen Folgen einer solchen Politik ihrer Ansicht nach tragen müsste.

So schreibt die Moderatorin, die AfD wolle Steuern für Besserverdienende senken und den Spitzensteuersatz sowie den Solidaritätszuschlag abschaffen. Für sie persönlich würde das eine erhebliche finanzielle Entlastung bedeuten. »Ich würde dadurch mindestens 20.000 Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen«, erklärt sie.

Energie und Familie

Auch bei der Grunderwerbsteuer sieht Moschner einen persönlichen Vorteil. Die AfD wolle diese Steuer abschaffen, wodurch sie Immobilien günstiger erwerben und diese anschließend ohne Mietpreisbremse vermieten könnte. Ihre Schlussfolgerung lautet jeweils: »Die AfD liebt Menschen wie mich!«

Ähnlich argumentiert sie beim Thema Energie. Moschner verweist darauf, dass die AfD unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt den Ausbau von Windkraft und Solaranlagen erheblich einschränken und wieder stärker auf Atomkraft setzen wolle. Steigende Strompreise würden sie selbst allerdings kaum treffen, schreibt sie, da sie bereits unabhängig von fossilen Energieträgern sei.

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Auch die Familienpolitik nimmt Moschner ins Visier. Sie bezeichnet sich selbst als bewusst kinderfrei und schreibt, eine Lockerung der Schulpflicht würde ihr persönlich sogar ermöglichen, noch weniger Steuern für die Kinder anderer Menschen zu zahlen. Bei der privaten Altersvorsorge verweist sie zudem auf die AfD-Forderung, Menschen, die selbst über Aktien und ETFs vorsorgen, steuerlich stärker zu begünstigen. Für sie als Selbstständige wäre auch das attraktiv.

Jüdische Familiengeschichte

Gerade darin liegt die Pointe ihres Beitrags: Moschner stellt nicht infrage, dass bestimmte AfD-Forderungen für sie persönlich finanziell vorteilhaft sein könnten. Stattdessen argumentiert sie, dass politische Entscheidungen nicht ausschließlich danach beurteilt werden sollten, ob sie dem eigenen Geldbeutel nutzen. Am Ende bittet sie ihre Follower ausdrücklich darum, den Beitrag zu teilen, zu liken und zu kommentieren, damit er eine möglichst große Reichweite erzielt.

Moschners politische Positionierung hat vor dem Hintergrund ihrer eigenen Familiengeschichte eine zusätzliche persönliche Dimension. Die 45-Jährige hat jüdische Vorfahren, doch die Familie ging mit dieser Herkunft über Jahrzehnte äußerst zurückhaltend um.

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»In meiner Familie war die jüdische Abstammung ein absolutes Tabu«, berichtete Moschner in einem früheren Instagram-Beitrag. Ein großer Teil ihrer Vorfahren sei während des Zweiten Weltkriegs nach Israel geflüchtet und habe sich später in den USA niedergelassen. Angehörige, die in Deutschland geblieben seien, hätten sich zum Schutz christlich taufen lassen. Auch Ruth Moschner selbst wurde christlich getauft.

Angst vor Übergriffen

Die Schauspielerin schilderte zudem, dass ihr in der Familie vermittelt worden sei, niemandem von ihrer jüdischen Herkunft zu erzählen. Ihre Großtante habe bis zu ihrem Tod Angst vor möglichen Übergriffen gehabt und vor einem offen gelebten Jüdischsein gewarnt.

Moschner verbindet diese Familiengeschichte mit den Erfahrungen der Verfolgung und Flucht. »Das Bewusstsein über die vielen Verluste meiner Familie in den Konzentrationslagern, die Reise auf überfüllten Schiffen nach Haifa und die Migration in andere Länder machen mich natürlich sensibel für solche Themen«, schrieb sie. im

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