London

Nach Pro-Israel-Song: Boy George kündigt seinem Plattenlabel-Manager

Boy George Foto: picture alliance / Captital Pictures

Der britische Pop-Musiker Boy George will sein Lied »We Will Dance Again« nun auch offiziell veröffentlichen. Dies erklärte er in den sozialen Medien. Der bisher lediglich im Internet veröffentlichte Song, der Solidarität mit Israel nach dem 7. Oktober 2023 und mit den Juden generell demonstriert, hatte zu Beschimpfungen durch Israelfeinde geführt, aber auch zu viel Zustimmung.

»Ich werde ihn veröffentlichen!«, schrieb Boy George am Wochenende auf der Plattform X.

Auch erklärte er, er habe seine Zusammenarbeit mit dem Manager seines Plattenlabels BGP im Streit über das Lied aufgekündigt. Zuerst habe er ihm klargemacht, dass er »We Will Dance Again« veröffentlichen wolle. Die Reaktionen seines Kollegen: »Mit diesem Song will ich nichts zu tun haben.« Boy George: »Ich habe ihm geantwortet: ›Tja, das war’s dann mit unserer Kooperation.‹«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Wenn jemand rückgratlos ist, fällt es wirklich nicht schwer, Abschied zu nehmen«, schrieb der frühere Sänger der Formation Culture Club. »Mein Glaube an die Menschlichkeit wird dadurch nicht erschüttert, und am Ende wird die Wahrheit immer siegen.«

Während ihm Kritiker vorwarfen, einen angeblichen Völkermord in Gaza zu unterstützen, erntete Boy George Lob von jüdischen Organisationen und selbst einem Regierungsmitglied in Jerusalem: Israels Außenminister Gideon Sa’ar postete »We Will Dance Again« auf seinem X-Konto.

Lesen Sie auch

Der Direktor der Genfer Organisation UN Watch, Hillel Neuer, erklärte: »Boy George, du hattest den Mut, für Wahrheit und Menschlichkeit einzustehen, während andere mit der Masse marschierten. Jetzt müssen die Vereinten Nationen deine Stimme hören. Ich werde alles daransetzen, dass das geschieht.«

Boy Georges Management hatte nach der Online-Veröffentlichung des Liedes und der Internet-Diskussion darüber bekanntgegeben, der Sänger werde nicht wie vorgesehen im Musical Jesus Christ Superstar auftreten. »In diesem Fall hielt ich es für richtig, einen Schritt zurückzutreten, damit die Produktion im Mittelpunkt bleiben kann und alle Beteiligten mit gegenseitigem Respekt weitermachen können«, hatte Manager Tom Kemsley erklärt. im

Vorschau

Widderhorn im Dom und ein Hauch von »Yiddish Summer« - Festival »Shalom-Musik.Koeln«

Begegnungen, Neugier und Zuhören fördern - das wollen die Macher des Festivals »Shalom-Musik.Koeln«. Und reichlich Musik und Gesang auf die Bühne bringen. Der Verein hinter dem Festival bekommt dafür jetzt einen Preis

von Leticia Witte  20.08.2026

Kunst

Von Guggenheim bis Geffen

Wie jüdische Mäzene im 20. Jahrhundert der Moderne zum Durchbruch verhalfen

von Jana Talke  20.08.2026

Kulturkolumne

Some like it cold

Warum Disneys Eiskönigin nicht nur gegen Hitze hilft

von Sophie Albers Ben Chamo  20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80 Jahre alt. Eine persönliche Würdigung

von Reinhard Mohr  20.08.2026

Heidelberg

Hüter des Gedächtnisses

Im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden liegt alles, was jüdische Gemeinden seit 1945 in Deutschland an Dokumenten produziert haben. Jens Hoppe, der Leiter der Einrichtung, sichert die Zukunft der Bestände

von Eugen El  19.08.2026

Programm

Ein Moped-Gottesdienst, Kaffee, Kuchen und ein Zirkus-Koffer in Frankfurt: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 20. August bis zum 27. August

 19.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 19.08.2026

Film

25 Jahre »A.I.«: Odyssee eines Roboter-Jungen

Ein Vierteljahrhundert ist Spielbergs Film »A.I. – Künstliche Intelligenz« jetzt alt. Das Werk ist extrem rührselig, aber dennoch sehenswert. Und es wirft Fragen auf, die auch 2026 sehr relevant sind

von Gregor Tholl  19.08.2026

Film

Überraschend witzige Geschichte über Begehren und Scham

In der Slasher-Satire »Teenage Sex and Death at Camp Miasma« von Jane Schoenbrun spritzt Blut, Gillian Anderson flirtet und eine junge Regisseurin versucht, ihre eigene Lust zu verstehen

von Shireen Broszies  19.08.2026