Redezeit

»Mein Pyjama ist mein Zuhause«

Frau Tufts, Sie treten derzeit im Stück »Liebe, Leid und alle meine Kleider« von Nora Ephron auf. Darin geht es um die Bedeutung von Klamotten für Frauen. Was tragen Sie gerade?
Ich bin immer noch im Pyjama, denn ich spiele jeden Abend bis zwölf Uhr.

Welche Bedeutung hat denn Ihr Pyjama für Sie?
Er ist mein Zuhause. Ich glaube, gerade für eine Entertainerin ist ein solches Kleidungsstück etwas sehr Bodenständiges. Es ist sehr bequem. Ich bin so oft auf Tournee, aber meinen Pyjama nehme ich immer mit.

Haben Sie denn einen Bestimmten, den Sie immer einpacken?
Ja, ich habe einen, den mir meine Mutter geschenkt hat. In meinem Programm spreche ich über den großen Verlust, den ihr Tod bereitet hat. Ein Thema, auf das Nora Ephron in ihrem Stück auch anspielt. Als ich meinen Pyjama geschenkt bekommen habe, sagte ich zu meiner Mutter: Mum, was denkst du? Flanell? Mit Sternchen drauf? Und jedes Weihnachten hat sie mir noch einen geschenkt. Heute allerdings bin ich froh, dass ich alle diese Flanell-Pyjamas habe.

Was hat Sie an der Rolle gereizt?
Es ist so selten, dass man allein mit Frauen ein Stück machen kann. Die Schauspielerinnen, mit denen ich spiele, haben ein sehr breites Spektrum. Einige Kolleginnen sind 24, andere über 60 Jahre alt. Wir haben alle unterschiedliche Lebenserfahrungen, machen aber dieses Stück zusammen. Dadurch entsteht eine große Lebendigkeit mit viel Humor, das schätze ich sehr. Nora Ephron hatte einen typischen New Yorker Humor und einen typisch jüdischen zugleich: sehr ironisch, aber mit viel Herz. Wie man an Filmen wie »Harry und Sally« sieht.

Der Film über das Verhältnis Mann und Frau. Wie war Ihr erstes Mal mit »Harry und Sally«?
Ich war auf der New York University und habe in einer WG zusammen mit drei Mädels gewohnt. Wir sind gleich am ersten Wochenende ins Kino gegangen.

Hat Ephron mit ihren Filmen den Nerv der Zeit getroffen?
Auf jeden Fall. Es war eine Prä-»Sex and the City«-Ära. Eine Zeit, in der der Kapitalismus noch nicht so ausgeprägt war. Allein die Tatsache, dass man sich in den besten Freund verliebt, hat die Stimmung exakt eingefangen. Ephron hat über ein New York geschrieben, das ganz und gar nicht oberflächlich war.

Es gibt offenbar die Generation »Nora Ephron« und die Generation »Sex and the City«. Welche kommt danach?
Nun, die Identität und das Aussehen sind sehr verquickt miteinander. Mehr als je zuvor. Jetzt gibt es ja quasi nur noch Topmodels. Junge Frauen von heute haben einen viel genaueren Blick auf Mode. Aber letztendlich bleibt doch jeden Morgen der gleiche Satz. Und der heißt: »Was soll ich anziehen?«

Das Stück »Liebe, Leid und alle meine Kleider« ist bis zum Dezember im Prime Time Theater zu sehen.
Müllerstraße 163/Eingang Burgsdorfstraße, Berlin-Wedding

www.primetimetheater.de

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Spanien

Festwoche in Pamplona: Wieder Aufrufe zur Zerstörung Israels

Zum Auftakt des San-Fermín-Festes in Pamplona, das für seine Stierrennen bekannt ist, wurde ein riesiges »Destroy Israel«-Banner gezeigt

 07.07.2026

Social Media

Gil Ofarim dankt neuen und alten Fans

Der Musiker liefert eine Erklärung für die Stille, die ihn seit seinem Sieg beim Dschungelcamp umgibt

 07.07.2026

New York

Adam Sandler traut Taylor Swift und Travis Kelce – Debatte über Israel-Haltung entfacht

Israelfeindliche Aktivisten werten die Mitwirkung des jüdischen Schauspielers als Hinweis auf eine mögliche Haltung der Sängerin im Nahostkonflikt

 06.07.2026

Berlin

Antisemitismusvorwürfe: Kulturfestival in Neukölln streicht umstrittene Gaza-Performance

Ein »Audiowalk« sollte Bezüge zwischen dem Krieg im Gazastreifen und dem Holocaust herstellen. Heftige Kritik kam von einem jüdischen Verein und der israelischen Botschaft

 06.07.2026

Bühne

Drama an Bord

Am Münchner Volkstheater ist »Der blinde Passagier« von Maria Lazar zu sehen – eine der besten Produktionen dieser Spielzeit

von Michael Schleicher  05.07.2026

Studie

Warum Sport allein beim Abnehmen nicht hilft

Und was wirklich effektiv ist ...

von Sabine Brandes  05.07.2026

Zahl der Woche

20 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 05.07.2026

Aufgegabelt

Gechillte Suppe: Okroschka

Rezepte und Leckeres

von Jan Feldmann  05.07.2026