Musik

Macklemore fliegt nach »Free Palestine«-Auftritt aus Ed Sheerans US-Tour

Macklemore auf einer Bühne in Dänemark Foto: picture alliance / Gonzales Photo/Rolf Meldgaard

Der US-Rapper Macklemore wird nicht mehr als Support-Act bei der laufenden US-Tour des britischen Sängers Ed Sheeran auftreten. Auslöser ist ein umstrittener Auftritt im MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey), bei dem Macklemore israelfeindliche Propaganda verbreitete.

Der Veranstalter Messina Touring Group erklärte, mehrere Stadien, in denen die nächsten Konzerte stattfinden sollen, hätten angekündigt, eine Veranstaltung mit Macklemore im Programm nicht zuzulassen. Dadurch sei die gesamte Tour gefährdet gewesen. »Nach Gesprächen mit den Beteiligten wird Macklemore bei den verbleibenden Support-Terminen nicht auftreten«, teilte das Unternehmen mit.

Von den noch zehn Konzerten der US-Tour hätte Macklemore bei acht als Vorgruppe auftreten sollen. Die Tour wird am 19. September in Philadelphia fortgesetzt. Die Konzerte im Gillette Stadium in Massachusetts, die für den 25. und 26. September vorgesehen sind, finden ohne den Rapper statt.

Prominenter Israel-Unterstützer

Macklemore schilderte die Vorgänge anschließend auf Instagram aus seiner Sicht. Er behauptete, Sheeran habe ihm mitgeteilt, dass Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots und der Kraft Group, Druck auf ihn ausgeübt habe. Kraft gehört zu den prominenten Unterstützern Israels und jüdischer Anliegen in den USA.

Kraft bestätigte anschließend, dass er an der Entscheidung beteiligt war. Er begründete dies jedoch nicht allein mit Macklemores Äußerungen beim MetLife-Auftritt, sondern auch mit einer aus seiner Sicht längeren Vorgeschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache.

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»Das Gillette Stadium hat sich seit Langem dazu verpflichtet, allen Gästen ein willkommen heißendes Umfeld zu bieten und sicherzustellen, dass Veranstaltungen in unserem Stadion keine Plattform für Hassrede bieten«, erklärte Kraft.

Miteinander vereinbar

Kraft verwies ausdrücklich darauf, dass es ihm nicht darum gehe, das Leid von Palästinensern herunterzuspielen. »Diese Entscheidung bedeutet nicht, das Leid unschuldiger Palästinenser zu schmälern oder irgendjemandem das Recht abzusprechen, sich für sie einzusetzen. Ihr Schmerz und ihr Verlust sind real«, sagte er.

Allerdings dürfe eine solche Unterstützung nicht zulasten der jüdischen Gemeinschaft gehen, so Kraft. Er betonte zudem, dass Solidarität mit Palästinensern und der Kampf gegen die Hamas, Antisemitismus und Hass seiner Ansicht nach miteinander vereinbar seien.

Kraft bot Macklemore sogar ein persönliches Gespräch an. »Ich würde die Gelegenheit begrüßen, mich mit Macklemore zusammenzusetzen und die Fakten zu besprechen«, erklärte er. Das gemeinsame Ziel müsse Frieden für alle Menschen, ein Ende des Leidens und ein Ende von Hass sein.

Unvereinbare Positionen

Macklemore stellte seine Auseinandersetzung mit Sheeran unterdessen als grundsätzlichen politischen Konflikt dar. Die beiden Musiker seien seit 13 Jahren befreundet, er betrachte den Briten als »Bruder«. In den vergangenen Tagen habe es jedoch mehrere schwierige Gespräche gegeben, bei denen sich ihre Positionen zunehmend als unvereinbar erwiesen hätten.

Der Macklemore-Auftritt löste bei jüdischen Besuchern heftige Reaktionen aus. Mehrere israelische Konzertbesucher berichteten hebräischsprachigen Medien, sie seien von der politischen Botschaft während des Konzerts überrascht und verstört gewesen. Nach einem Bericht verließen zwei 16-jährige jüdische Mädchen den Veranstaltungsort unter Tränen. Auch andere israelische Besucher sollen das Konzert vor Sheerans Auftritt verlassen haben. im

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