Künftig sollen in fünf Bundesländern »Stolperstein«-Podcasts die Erinnerung an in der Nazizeit verfolgte Komponistinnen und Komponisten wieder beleben. Das im September 2024 gestartete Berliner Leuchtturmprojekt »Musikalische Stolpersteine« werde künftig von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen übernommen, teilte der Landesmusikrat Berlin am Montag mit.
Dabei rekonstruieren Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichten von Komponistinnen und Komponisten, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden und beschäftigen sich mit deren Werken. Mit journalistischer Unterstützung erstellen sie dann Podcasts und erleben deren Ausstrahlung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in Berlin auf der RBB-Welle radio3.
Konferenz »Musikalische Stolpersteine«
In Berlin kommt jetzt der Bereich Literatur hinzu. Bislang gebe es fünfzehn Podcast-Folgen, die in der ARD-Audiothek öffentlich zugänglich seien, hieß es. Darunter seien Porträts über Kurt Weill (1900-1950), Fritz Kreisler (1875-1962) und Ursula Mamlok (1923-2016).
Das Projekt »Stolpersteine der Erinnerung - Musik und Literatur gegen das Vergessen« wird den Angaben zufolge vom Bundesfinanzministerium gefördert und von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft umgesetzt. Der Präsident des Landesmusikrats Berlin, Thomas Krüger, erklärte, damit erlebten junge Menschen, wie NS-verfolgte Musikerinnen, Musiker und nun auch Autorinnen und Autoren aus der Anonymität zurückgeholt und als Menschen wieder sichtbar gemacht werden. Dazu findet am 28. September die zweite Konferenz »Musikalische Stolpersteine« in Berlin statt. epd