Kanada

»Breitscheidplatz 19/12« feiert Weltpremiere in Toronto

Tamer Trasoglu, Bayan Layla, David Nawrath, Dascha Dauenhauer, David Marian, Simon Amberger, Tim Kuhn: Das Team hinter »Breitscheidplatz 19/12« beim 51. Internationalen Filmfestival Toronto Foto: picture alliance/dpa

Ein Staatsschützer, der die Gefahr kommen sieht, ein eingeschleuster Informant im Islamisten-Milieu, ein späterer Attentäter, der bekannt ist und trotzdem durchs Raster fällt: Die ARD-Serie »Breitscheidplatz 19/12« rekonstruiert mit packender Spannung die eineinhalb Jahre vor der Amokfahrt auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016. Unter dem internationalen Titel »Blindspot Berlin« feierte die sechsteilige Produktion am Sonntagabend (Ortszeit) beim Toronto International Film Festival (TIFF) Weltpremiere.

Regisseur und Co-Autor David Nawrath, der gemeinsam mit David Marian das Drehbuch schrieb, war im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur begeistert, dass die ersten beiden Folgen der Serie beim TIFF gezeigt wurden: »Wir haben uns natürlich gefragt, ob ein Thema, das in Deutschland so wichtig ist, auch international ankommt. Ich glaube, es war das Beste, was der Serie passieren konnte - der Blick von außen verdeutlicht uns, wie universell die Geschichte ist.«

Produzent Simon Amberger zeigte sich bewegt von der Reaktion in Toronto: »Die Begeisterung des Publikums war 90 Minuten lang in der Konzentration im Kinosaal spürbar. Und die erste Frage nach den beiden Folgen war: «Wann können wir den Rest sehen?» Das ist für mich ein sehr gutes Zeichen.«

Jagd auf den späteren Attentäter

Schauspieler Albrecht Schuch spielt in »Breitscheidplatz 19/12« den fiktiven NRW-Staatsschützer Frank Laudin, der über den Ex-Kriminellen Murat Cem (Tamer Trasoglu) an den späteren Attentäter Anis Amri (Wael Alkhatib) heranzukommen versucht, während das Bundeskriminalamt die Gefahr unterschätzt.

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Bayan Layla, die neben Trasoglu in Toronto war, spielt die junge Polizeibeamtin Isra, die den Hinweisen auf Amri nachgeht, dabei aber immer wieder auf Widerstände stößt. Layla stehe die Rolle der zurückhaltenden Irakerin persönlich sehr nahe, sagte sie im Anschluss an die Premiere: »Ich hatte von Anfang an ein Gefühl der Verbundenheit mit dieser Geschichte und mit Isra. Ich selbst stamme aus Syrien, wo der IS nur wenige Kilometer von meiner Stadt entfernt war. Emotional war das eine große Rolle für mich.«

Trasoglu reizte neben der Vielschichtigkeit des Skripts vor allem die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Stoff. »Viele Menschen haben Angst davor und wollen das nur aus der Ferne sehen. Als Künstler haben wir aber auch eine Verantwortung, uns dem zu stellen und aufzuklären.«

Dass die Serie in einer Zeit zugespitzter Debatten erscheint, macht sie für Amberger umso relevanter. Es sei wichtig, »sich der Komplexität dieser Geschichte und letztlich auch unserer Welt zu stellen und zu akzeptieren, dass es keine einfachen Antworten gibt«.

Die Deutschlandpremiere von »Breitscheidplatz 19/12« ist am 26. September beim FilmFest Hamburg geplant, bevor die Serie ab 30. Oktober in der ARD-Mediathek und ab dem 1. November im Ersten zu sehen ist. dpa

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