Eurovision

Israel hält nach Boykottaufrufen an ESC-Teilnahme fest

Yuval Raphael kam beim 69. Eurovision Song Contest mit Israel-Fahne auf die Bühne. Foto: picture alliance/dpa

Trotz der Boykott-Drohungen mehrerer Länder will Israel weiterhin am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen. »Es gibt keinen Grund, warum Israel nicht weiterhin ein wichtiger Teil dieses kulturellen Ereignisses sein sollte, das unter keinen Umständen politisch werden darf«, sagte der Direktor des israelischen, am ESC teilnehmenden Fernsehsenders Kan, Golan Jochpaz, laut mehreren israelischen Medien.

Es ist die erste Reaktion auf die Ankündigungen mehrerer Länder, nicht am ESC teilzunehmen, sollte Israel dabei sein. Die Sender von Irland und den Niederlanden hatten in dem Fall jüngst mit einem Boykott gedroht. Sie stellten zugleich in Aussicht, anzutreten, sollte Israel dem Wettbewerb fernbleiben. Auch Slowenien hatte durchblicken lassen, dass das Land bei einer Teilnahme Israels nicht dabei sein werde. 

Belgien will Entscheidung im Dezember treffen

Auch andere ESC-Teilnehmerländer sehen eine Teilnahme Israels kritisch, darunter Spanien und Belgien. In Belgien gibt es zwei öffentlich-rechtliche Sender, die den ESC übertragen. Der französischsprachige RTBF schickt die Kandidatin oder den Kandidaten und teilt auf Anfrage mit, die Vorbereitungen fortzusetzen. Eine endgültige Entscheidung werde im Dezember nach der EBU-Generalversammlung getroffen. Beim ESC ist die Europäische Rundfunkunion EBU, der Verband der europäischen Rundfunksender, der Veranstalter und damit für die Zulassung der Länder verantwortlich.

Der flämische Sender VRT sagte: »Die VRT teilt und unterstützt den Standpunkt der Länder, die sich von der Teilnahme am Eurovision Song Contest zurückziehen.« Vom Veranstalter erwarte man ein deutliches Signal und behalte sich ansonsten das Recht vor, den Eurovision Song Contest künftig nicht mehr zu übertragen.

Österreich für Israels Teilnahme

Der österreichische Sender ORF hat sich als Gastgeber des ESC 2026 hingegen bereits eindeutig für eine Teilnahme Israels ausgesprochen. 

Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023, den die Terrororganisation durch Massaker im Süden Israels auslöste, überschattet der Nahost-Konflikt den erklärt unpolitisch konzipierten ESC. Sowohl beim Wettbewerb in Malmö 2024 als auch in Basel 2025 gab es israelfeindliche Demonstrationen auf den Straßen und vereinzelt auch Pfiffe und Buhrufe im Saal gegen Israels Acts. 

Der ESC findet im kommenden Jahr vom 12. bis 16. Mai in Wien statt. Im vergangenen Jahr hatte die israelische Sängerin Yuval Raphael den zweiten Platz belegt. dpa/ja

Burkhard C. Kosminski

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