Fernsehen

Gil Ofarim im Dschungelcamp: Sonja Zietlow spricht Klartext

Sonja sagt, wie es ist. »Der arme Gil wird es sehr schwer haben.«

Sonja Zietlow ist die Königin des Dschungels. Im 22. Jahr moderiert sie schon »Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!«. Sonja kennt sich aus. Sie hat alle gesehen, wie sie sich über Essenspunkte freuen, wie sie verzweifeln, weil es plötzlich keine Zigaretten mehr gibt, wie sie sich streiten, wer wohl wieder am Lagerfeuer eingeschlafen ist, wer gegen die Regeln verstoßen hat, weshalb nun alle bestraft werden und — das ist alljährlich der lustigste Streit — wer wohl, verdammt nochmal!, wieder das Dschungelklo versifft hat. Iiiiieeeeh.

Sonjas Kandidatencheck ist also das Seriöseste, was Dschungel-Exegeten finden können. Zu Gil Ofarim sagt sie: »Er hat natürlich auch schon viel büßen müssen.« Dann braust Sonja auf und wird laut: »Zu Recht!«

Jan ist Sonjas Co-Moderator. Jan Köppen ergänzt: »Das, was er gemacht hat, war einfach richtig scheiße.« Jan und Sonja und alle Zuschauer wissen, was gemeint ist: Gil Ofarims Lüge 2021, man habe ihn in einer Leipziger Hotellobby antisemitisch schikaniert. Sonja unterstützt Jan: »… war richtig scheiße.«

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Nun jedoch zeigt sich Sonjas Erfahrung. »Wenn ich jetzt mal sage…«, sie merkt, dass das kein sinnvoller Satzanfang ist, doch die Grande Dame des TV-Trashs fasst sich ein Herz und formuliert einen klugen Gedanken: »Es gibt schon Camper, die haben noch viel größere Scheiße in ihrem Leben gemacht. Also: Ich finde, man muss da irgendwann so die Kirche im Dorf lassen.«

Zugegeben, das Sprachbild von der »Kirche im Dorf« passt vielleicht nicht so ganz auf einen jüdischen Teilnehmer. Und auch im Dschungel, wo nur Bäume und keine Kirchtürme rumstehen, leuchtet die Metapher nicht so recht ein. Und dennoch muss man sagen: Sonja hat Recht. Gil Ofarim hat damals gelogen, das war falsch und das hatte für einige Menschen schlimme Auswirkungen, aber letztlich hat der Mann halt doch nur gelogen. Er ist kein Totschläger, kein Mörder, kein Verbrecher.

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Sonja ist lange genug dabei, um zu wissen, dass dies nicht allzu viel nutzen wird. Sie prognostiziert: »Er wird ja sicherlich trotzdem jetzt noch weiter büßen müssen.« Aus diesem Satz schimmern nicht nur 19 Staffeln Trash-Erfahrung durch. Es zeigt sich, dass sie weiß, wie Öffentlichkeit tickt, gerade bei RTL: »Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht / selbst wenn er’s Dschungel-Essen bricht.«

Jan ist nicht so abgebrüht wie Sonja. Jan macht sich Sorgen. »Ich glaube«, monologisiert er über Gil Ofarim, »ich glaube, was er machen muss, ist: ehrlich mit sich selbst sein.«

Jan sagt auch, warum er das hofft. »Ich glaube, er geht da rein und hofft, so wenig wie möglich über all das sagen zu können.« Jan psychologisiert weiter. »Ich würde ihm wünschen, dass er mit sich ehrlich ist. Und ich glaube, das ist er noch nicht.«

Die Prognosen sind gesprochen, das RTL-Dschungelcamp kann losgehen. Alle Kandidaten sind in Australien eingetroffen. Ranger werden sie zum Auftakt gleich einmal schikanieren. Und wenn sie im Camp ankommen, erhalten sie erste Aufgaben.

Let’s get ready to rumble!

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