Literatur

Eva Menasse erhält den Ludwig-Börne-Preis

Eva Menasse Foto: dpa

Die in Berlin lebende österreichische Autorin Eva Menasse erhält den diesjährigen Ludwig-Börne-Preis. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihr von Florian Illies als alleinigem Preisrichter zuerkannt.

»Eva Menasse schaut hellwach auf die großen gesellschaftlichen Untiefen unserer Zeit mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstein«, begründete Illies nach Mitteilung der Börne-Stiftung vom Dienstag die Auszeichnung.

BÜCHER Die 1970 geborene Eva Menasse ist durch Romane (Vienna, Quasikristalle) und Essays bekanntgeworden. Sie ist die Schwester von Robert Menasse (Die Hauptstadt), der 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt. Preisrichter Illies wiederum, selbst bekannter Autor (Generation Golf), ist seit Kurzem Rowohlt-Verleger.

Eva Menasse hatte nach dem Studium zunächst als Journalistin gearbeitet. Ihr erster Roman Vienna erschien 2005. Darin machte die Schriftstellerin das Erinnern zum Ausgangspunkt ihres Erzählens und entwarf mit den Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer ganzen Epoche.

Zuletzt erschien von ihr das Buch Tiere für Fortgeschrittene. Darin schrieb die Autorin über Raupen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln, Haie, die künstlich beatmet werden, Enten, die noch im Schlaf nach Fressfeinden Ausschau halten, und Schafe, die ihre Wolle von selbst abwerfen. Jede dieser Erzählungen ging von einer kuriosen Tiermeldung aus – und widmete sich doch der Gattung Mensch.

FEUILLETON Die renommierte Auszeichnung erinnert an den aus dem jüdischen Ghetto in Frankfurt stammenden Ludwig Börne (1786–1837). Der scharfzüngige Autor war ein Vorkämpfer für bürgerliche Freiheiten und gilt als Begründer des politischen Feuilletons.

Der von der Börne-Stiftung vergebene Preis wird am 26. Mai in der Frankfurter Paulskirche überreicht. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Marcel Reich-Ranicki, Josef Joffe, Henryk M. Broder, Peter Sloterdijk, Hans Magnus Enzensberger, Joachim Gauck und Frank Schirrmacher.

Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die deutsche Journalistin und Autorin Souad Mekhennet.  dpa/ja

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